Genehmigt, und das ganz ohne Auflagen: Die Entscheidung der Europäischen Kommission zur geplanten Übernahme von Sky Deutschland durch RTL ist noch keine vier Monate her. Ein wichtiger Schritt im Rahmen der Strategie von Thomas Rabe. Der Noch-Bertelsmann-Chef predigt seit Jahren, dass europäische Unternehmen nur mit Zusammenschlüssen gegen Netflix und Co bestehen können.Der Sky-Deal ist für die RTL-Gruppe obendrein auch finanziell sehr attraktiv. Nur 68 Millionen Euro musste sie Comcast für Sky Deutschland zahlen. Der US-Medienkonzern kann in den nächsten Jahren zwar noch einen Nachschlag in Höhe von 377 Millionen Euro erhalten, sofern sich die RTL-Aktie gut entwickelt. Ein guter Preis bleibt es allemal, denn das Sky-Portfolio und die RTL-Inhalte mit Serien, Shows und Filmen ergeben durchaus eine Kombination, die viele Abonnenten anlocken kann.Sportrechte sind nicht nur attraktiv, sondern auch sehr teuerDoch die ersten RTL-Quartalszahlen nach der Sky-Übernahme unterstreichen auch, dass noch einiges an Arbeit wartet, auf dem Weg, die angekündigten Synergieeffekte in Höhe von jährlich 250 Millionen Euro zu erreichen. Innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion will das Management am Ziel sein. Für das Jahr 2026 wird der Gewinnbeitrag von Sky aber erst einmal mit „plus minus null“ beziffert.Das kommt nicht komplett überraschend: Denn die vielen Sportrechte – von Bundesliga bis Formel 1 – sind nicht nur sehr attraktiv, sie sind auch sehr teuer. Über die Jahre hat es Sky Deutschland nie geschafft, daraus ein tragfähiges profitables Geschäft zu machen, obwohl die Abo-Preise regelmäßig gestiegen sind. Auch Konkurrent DAZN arbeitet eigenen Angaben zufolge erst seit 2024 in Deutschland profitabel. Global gesehen, machte der Sportstreamingdienst zuletzt weiterhin Verlust.RTL hat schon angekündigt, mit den neuen Sportrechten auch gezielt das lineare TV-Geschäft stärken zu wollen, um sie bestmöglich auszuwerten. Der Markt steht zwar seit Langem unter Druck, weshalb RTL aus gutem Grund stark ins Streaming investiert. Lukrative Fernsehwerbegelder locken aber weiterhin, und Live-Sport ist für Marken ein gern genutztes Umfeld.Den Reiz von Live-Sport haben allerdings auch die US-Riesen für sich entdeckt. Netflix hält sich mit dem Erwerb von Sportrechten für Deutschland noch bedeckt, Amazon und Paramount sind da schon einen Schritt weiter. Der Wettbewerb dürfte nur noch härter werden.