Harry-Potter-Fans bewirken die Verlegung eines millionenteuren UnterseestromkabelsAn einem Strand in Wales sollte die Leitung eines riesigen Stromprojekts mitten durch das «Grab» der Filmfigur Dobby verlaufen. Doch Hunderte Fans intervenierten.11.08.2026, 16.42 Uhr3 LeseminutenAm Freshwater West Beach in Wales haben Harry-Potter-Fans der Filmfigur Dobby ein «Grab» errichtet. Matthew Horwood / Getty Images EuropeDobby ist eine der beliebtesten Figuren aus den Harry-Potter-Geschichten. Der gutmütige Hauself mit den grünen Kulleraugen ist derart hoch angesehen, dass er als Filmfigur in der echten Welt ein «Grab» hat. Jetzt ist bekannt geworden: Dobbys Fans haben es geschafft, ein 430 Millionen Pfund teures Stromprojekt dieses «Grabes» wegen zu verändern.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Unterseestromkabel des britisch-irischen Projekts Greenlink Interconnector, das seit 2025 die Stromnetze Irlands und Grossbritanniens verbindet, wäre nach den ursprünglichen Plänen mitten durch das «Grab» an einem Strand im Westen von Wales verlaufen. Es handelt sich um den malerischen Freshwater West Beach, an dem die Filmszene von Dobbys Tod gedreht wurde. Der Elf stirbt dort im siebten Potter-Film «Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1» in den Armen von Harry Potter, und dieser beerdigt ihn im weissen Sand.Fans errichteten ein Mahnmal am Strand. Sie haben Dobbys «Grab» mit bemalten Steinen und Socken dekoriert. Jährlich besuchen Leute von überallher den Ort.Der Hauself Dobby gehört zu den beliebtesten Charakteren des Harry-Potter-Universums.HO / ReutersSimon Ludlam, Projektleiter von Greenlink Interconnector, erfuhr von der Bedeutsamkeit des Dobby-Denkmals auf die harte Tour. Das erzählte Ludlam vor wenigen Tagen im Podcast «The Energy Revolution». Nachdem er 2019 in einem BBC-Interview, am besagten Strand stehend, über den geplanten Verlauf des Unterseekabels informiert hatte, erhielt sein Unternehmen Hunderte Anrufe von Harry-Potter-Fans.Ein Arbeitskollege habe Ludlam von den Fan-Anrufen berichtet und erklärt, dass das Ganze «sehr, sehr ernst» sei. Ludlam sagt im Podcast: «Ich fragte: Dobby? Wer ist Dobby?» Doch auch Ludlam sei klar geworden, dass die Lage ernst gewesen sei. Schliesslich habe man die Pläne verworfen und das Kabel so verlegt, dass Dobbys «Grab» verschont blieb. Dies, obwohl das Unternehmen bereits alle Genehmigungen von Behörden und Landeigentümern eingeholt hatte.Keine Socken mehr an Dobbys «Grab»Im Jahr 2022 hatten Fans aus einem anderen Grund um das Elfen-Denkmal bangen müssen. Denn der Freshwater West Beach liegt in einem Naturschutzgebiet. Weil das «Grab» viele Besucherinnen und Besucher anzog, kamen laut Medienberichten Bedenken wegen Umweltverschmutzung auf. Die Stiftung, die den Strand verwaltet, erwog deshalb eine Verlegung des «Grabs». Sie führte eine Umfrage durch, in der sich Bürgerinnen und Bürger zu der Sache äussern konnten. Die meisten wollten Dobbys «Grab» erhalten. Also durfte es an Ort und Stelle bleiben.Allerdings baten die Verantwortlichen die Fans, keine Gegenstände mehr am Denkmal zu platzieren, um die Umwelt zu schonen. Damit waren besonders Socken gemeint, die Dobby in zahlreicher Ausführung dargebracht wurden. Denn in der Geschichte von J. K. Rowling kann ein Hauself nur von seinem Dienst befreit werden, wenn ihm sein Herr ein Kleidungsstück schenkt. Dobby hatte das mit einer Socke geschafft.Weg von Dobby, aber näher bei archäologischen StättenWie der Projektleiter Simon Ludlam in dem Podcast erzählt, war die Verlegung des Stromkabels nicht trivial. In der Nähe des Strandes befinden sich nämlich archäologische Fundstücke aus der Bronzezeit, die bei den Arbeiten ebenfalls berücksichtigt werden mussten.«Wir kamen ziemlich in die Nähe dieser realen Fundstätte. Aber wir haben Dobbys ‹Grab› verschont», sagt Ludlam. «Viele Leute waren sehr froh darüber, das Projekt läuft jetzt, und Dobby ist glücklich.»Dobbys Tod in «Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1». Quelle: Youtube / Harry Potter ClipsPassend zum Artikel