Urlaub in Deutschland ist so beliebt wie noch nie: Hotels, Gasthöfe, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe haben im ersten Halbjahr einen Übernachtungsrekord erzielt. Mit insgesamt 223,8 Millionen Übernachtungen wurde der bisherige Höchstwert aus dem Vorjahreszeitraum (223,1 Millionen) um 0,3 Prozent übertroffen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. „Der Deutschlandtourismus entwickelt sich stabil“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Norbert Kunz.Gestiegene Kerosin- und Spritpreise infolge des Iran-Krieges dämpfen die Reiselust demnach kaum: Größere Einschnitte bei der Urlaubsplanung blieben die Ausnahme, erklärte der DTV. Die positive Halbjahresbilanz dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Infrastruktur nicht nur mit der steigenden Nachfrage, sondern auch mit den klimatischen Herausforderungen mithalten müsse. „Die Folgen des Klimawandels treffen längst auch deutsche Urlaubsregionen“, betonte Kunz. „Hitze schädigt Straßen und Schienen, Trockenheit senkt die Pegel von Flüssen und Seen.“Den Kommunen, die für die touristische Infrastruktur vor Ort verantwortlich seien, fehlten vielerorts die Mittel für die Instandhaltung und den Ausbau. Sie bräuchten ausreichend Finanzmittel, um notwendige Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur, Hitzeschutz oder Maßnahmen zur Vorsorge vor Extremwetter dauerhaft umsetzen zu können. „Der Bund muss die Kommunen dringend weiter entlasten und die Tourismusförderung stärken“, forderte Kunz.Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg von Januar bis Ende Juni um 0,3 Prozent auf 187,4 Millionen. Bei den Gästen aus dem Ausland legte sie um 0,5 Prozent auf 36,4 Millionen zu. Zuletzt zeigte der Trend nach unten: Im Juni allein verbuchten die Beherbergungsbetriebe 48,9 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Das waren 2,9 Prozent weniger als im Juni 2025. Während weniger heimische Gäste kamen, zog die Zahl ausländischer Gäste an.Die Statistik des Bundesamtes erfasst Beherbergungsbetriebe erst ab einer Größe von mindestens zehn Schlafgelegenheiten oder zehn Stellplätzen auf Campingplätzen. Übernachtungen bei kleineren Anbietern, wie etwa in vielen privaten Ferienwohnungen, sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Diese werden vor allem über große Online-Plattformen wie Airbnb, Booking.com und Expedia getätigt. Über sie wurden 2025 insgesamt 68,3 Millionen Übernachtungen gebucht – ein Rekordwert, der gut 83 Prozent über dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 liegt.
Deutschland Tourismus Übernachtungsrekord erstes Halbjahr 2026
Im ersten Halbjahr 2025 erreichten deutsche Unterkünfte mit 223,8 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord. Trotz steigender Spritpreise bleibt die Reiselust stabil. Klimawandel beeinträchtigt Infrastruktur, Kommunen fordern mehr Förderung.










