Die kolumbianische Regierung unter dem neuen Präsidenten Abelardo de la Espriella hat offiziell die Souveränität Israels über die Golanhöhen anerkannt. Damit bricht das südamerikanische Land mit der langjährigen Position der internationalen Gemeinschaft.Das kolumbianische Außenministerium begründete den Schritt mit der strategischen Bedeutung des Gebiets für die Sicherheit Israels. In einer offiziellen Mitteilung hieß es, die israelische Kontrolle über die Golanhöhen sei ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Verteidigung und entscheidend für den Schutz der israelischen Bevölkerung vor äußeren Bedrohungen.Nur USA anerkennen die AnnexionIsrael hatte das Gebiet 1967 von Syrien erobert und 1981 annektiert. Bislang hatten nur die Vereinigten Staaten diesen Schritt anerkannt, im Jahr 2019 unter Präsident Donald Trump. Israels Außenminister Gideon Saar begrüßte die „historische Entscheidung“ der Regierung des neuen Präsidenten de la Espriella. Diese sei auf ein Treffen der beiden Politiker in Kolumbien am vergangenen Donnerstag erfolgt, hob er in einem spanischsprachigen Eintrag auf der Plattform X hervor.Saar hatte am Freitag an de la Espriellas Amtseinführung in der Stadt Cali teilgenommen. Der rechtsgerichtete Politiker hatte im Wahlkampf versprochen, die „strategische Allianz“ mit Israel zu erneuern, und nach seinem Wahlsieg angekündigt, Kolumbiens Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.Die Entscheidung markiert eine signifikante Kehrtwende: Der Vorgänger de la Espriellas, Gustavo Petro, hatte die diplomatischen Beziehungen zu Israel aufgrund des Krieges in Gaza abgebrochen und israelische Waffenimporte gestoppt.Nebel liegt über der Pufferzone in der Nähe der sogenannten Alpha-Linie, welche die von Israel kontrollierten Golanhöhen von Syrien trennt.dpaInternational bleibt der völkerrechtliche Status der Golanhöhen unverändert. Die Vereinten Nationen betrachten das Plateau weiterhin als Teil Syriens. Der UN-Sicherheitsrat hatte die israelische Annexion von 1981 damals als nichtig deklariert. Im November 2024 forderte die UN-Generalversammlung in einer Resolution den Rückzug Israels aus dem Gebiet. Während Israel die Region als überlebenswichtig ansieht, betrachten Syrien und internationale Organisationen die israelische Kontrolle und den Ausbau von Siedlungen als Verstoß gegen das Völkerrecht.Israel hofft auf weitere Unterstützung aus LateinamerikaIsrael erhofft sich weitere Unterstützung aus Lateinamerika. Die israelische Regierung hat nach Angaben Saars eine Initiative zur Stärkung der Beziehungen zu lateinamerikanischen Ländern eingeleitet. 2026 wurde vom Außenministerium zum „Jahr Lateinamerikas“ erklärt.Neben de la Espriella gilt vor allem der argentinische Präsident Javier Milei als enger Verbündeter Israels. Milei hat die Beziehungen zum israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu demonstrativ ausgebaut und im April gemeinsam mit ihm die sogenannten Isaac Accords ins Leben gerufen, mit denen weitere lateinamerikanische Staaten für eine engere Zusammenarbeit mit Israel gewonnen werden sollen. Als möglicher Partner gilt auch Paraguay unter Präsident Santiago Peña, dessen Regierung bereits Ende 2024 ihre Botschaft nach Jerusalem verlegt hat.
Kolumbien erkennt Israels Souveränität über die Golanhöhen an
Kolumbiens neuer Präsident vollzieht mit dem Schritt eine außenpolitische Wende – und Israel hofft auf weitere Unterstützung aus Lateinamerika.










