PfadnavigationHomePanoramaSyltKlima-Aktivisten lassen Luft aus etlichen SUV-Reifen – Polizei sieht keinen StraftatbestandStand: 13:58 UhrLesedauer: 2 MinutenEin platter Reifen (Symbolbild)Quelle: Georg Wendt/dpaKlima-Aktivisten haben auf Sylt die Luft aus den Reifen zahlreicher SUVs gelassen. Die Polizei nimmt zwar Ermittlungen auf, sieht aber einen Straftatbestand nicht erfüllt.Auf der Nordseeinsel Sylt haben Klima-Aktivisten in der Nacht zu Dienstag bei zahlreichen Pkw die Luft aus den Reifen gelassen. Während das sogenannte Widerstandskollektiv in einer Mail für sich beanspruchte, „bei etwa 50 Luxuskarren die Luft aus Reifen gelassen“ zu haben, sprach die Polizei bis zum Mittag von etwa 20 Fällen.„Die Ermittlungen sind aufgenommen worden“, sagte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Da die Reifen aber nicht zerstört worden seien, „handelt es sich nicht um einen Straftatbestand“. Die Ventile der Reifen an den SUVs waren durch rote Linsen so manipuliert, dass die Luft langsam entwich. Ob das Ablassen von Luft aus Autoreifen eine Sachbeschädigung darstellt, hängt vom Einzelfall ab. Es kommt darauf an, ob die Gebrauchsfähigkeit des Fahrzeugs erheblich beeinträchtigt wird. Als besonders gewichtig gilt etwa das vollständige Entleeren aller vier Reifen eines Fahrzeugs.Lesen Sie auchLaut Widerstandskollektiv wurden die betroffenen Fahrzeuge markiert und mit Nachrichten versehen. „Vielleicht macht Sie diese Aktion im ersten Moment wütend. Bitte nehmen Sie sie dennoch nicht persönlich. Es geht nicht um Sie als Person, sondern um die Art von Fahrzeug und den damit verbundenen Autoverkehr“, hieß es dort.Für „viele Luxusurlauber gehört der teure Wagen zum Aufenthalt wie die Austern und das Champagnerglas“, so das Widerstandskollektiv weiter: „Für eine kleine Insel wie Sylt ist dieser Kult weder notwendig noch verantwortbar“. Die Herstellung, der immense Ressourcenverbrauch und der Betrieb dieser Fahrzeuge würden das Klima und die Umwelt erheblich belasten.„Sylt ist klein. Viele Ziele sind mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Bus oder der Bahn erreichbar“, heißt es in dem Schreiben, aus dem auch die Hamburger Morgenpost zitiert. Demnach versteht sich die „Widerstandsgruppe“ als ein Nachfolgeprojekt der Letzten Generation, die sich Anfang 2025 aufgelöst hatte. Man wolle keinen Druck mehr auf die Politik ausüben, sondern „gerechten Klimaschutz selbst machen“.lfb mit dpa