Wegen des jüngsten Ätna-Ausbruchs, der seit Freitag dauert, sitzen auf der italienischen Mittelmeerinsel mehrere Tausend Urlauber fest, darunter auch viele Deutsche. Infolge der Aschewolken am Himmel können am Flughafen Catania kaum noch Flugzeuge starten und landen. Mehr als 200 Flüge mussten umgeleitet oder ganz gestrichen werden.Damit wird vor allem die Heimreise für viele Urlauber zur Herausforderung. Auf dem Flughafen der 300 000-Einwohner-Stadt Catania, am Fuß des Ätna gelegen, kommt es zu chaotischen Szenen. Manche Familien mussten dort auch übernachten. Zudem sind die Flüge von anderen Flughäfen und die Züge weg von der Insel ausgebucht.Der Ätna stößt nun schon den fünften Tag in Folge große Mengen Asche und glühende Gesteinsbrocken aus. Aus zwei Schloten in 2360 Metern und 2750 Metern Höhe dringen nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie dicke Lavaströme nach draußen. In der Nacht öffnete sich auf einer Höhe von etwa 1900 Metern Höhe ein neuer Schlot. Solche Ausbrüche des mehr als 3300 Meter hohen Vulkans sind keine Seltenheit, deshalb wird der Ätna seit Jahrzehnten aufs Gründlichste überwacht.Für Flugzeuge gelten hohe Sicherheits-Standards. Die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Aschekonzentration über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig. Aktuell gilt für Catania die höchste Warnstufe Rot. Das bedeutet, dass eine Eruption mit erheblichem Ausstoß von Asche unmittelbar bevorsteht oder bereits in Gang ist. Am Morgen konnte nur eine einzige Maschine für einen Inlandsflug abheben. Alle Landungen wurden bis 19 Uhr ausgesetzt.Lavafontänen und eine neue Lavaströmung prägen die eruptive Phase, während eine Aschewolke nach Südosten zieht. Salvatore Allegra/IMAGO/Anadolu AgencyIm Hochsommer, wenn auch viele Ausländer auf der Insel sind, sorgt das für große Probleme. Viele versuchen, auf den Flughafen der Inselhauptstadt Palermo oder den Zug auszuweichen. Nach Schätzungen sind etwa 30 000 Menschen betroffen. Viele Touristen mussten ihren Aufenthalt auf der Insel verlängern. Allerdings sind die Unterkünfte voll, weshalb manche die Nacht am Flughafen verbringen mussten. Viele gestrandete Passagiere beschwerten sich, dass das Personal dort überfordert sei. Immer wieder gebe es widersprüchliche Ansagen.Unklar ist nach wie vor, wann der Flugbetrieb in Catania wieder halbwegs normal laufen wird. Auf dem Rollfeld stehen inzwischen zahlreiche Flugzeuge, die mit Abdeckungen vor dem Ascheregen geschützt werden. Insbesondere die Triebwerke werden penibel geschützt. Die Start- und Landebahnen müssen immer wieder von Vulkanasche gereinigt werden. Pro Jahr werden hier mehr als zwölf Millionen Passagiere abgefertigt.