PfadnavigationHomeSportFußballNeue Richtlinien„Keine Playstation-Entscheidungen“ – Uefa denkt beim Videobeweis umStand: 12:28 UhrLesedauer: 2 MinutenDer Videobeweis sorgt seit Jahren für DiskussionenQuelle: Harry Langer/dpaDie Uefa justiert beim Videobeweis nach und gibt den Schiedsrichtern auf dem Platz wieder mehr Macht. Der Verband will den „Fußball-Kontext“ wieder stärker betonen.In dieser Saison soll es weniger, einheitlichere und schnellere Videobeweis-Entscheidungen in den europäischen Fußball-Ligen geben. So soll die Überprüfung einer Spielszene durch den VAR künftig nicht länger als 60 bis 90 Sekunden dauern, teilte Uefa-Schiedsrichterchef Roberto Rosetti in einer digitalen Runde mit. Es gehe um „klare und offensichtliche Fehlentscheidungen, nichts anderes“, sagte der 58-Jährige.Zudem soll es bei möglichen Roten Karten wieder mehr um den Kontext des Zweikampfs gehen und nicht allein um das sogenannte Trefferbild. Standbilder würden zwar weiter gezeigt, danach aber auch der Gesamtablauf der Szene in Echtzeit. „Wir treffen keine Playstation-Entscheidungen“, sagte Rosetti. „Der Fußballkontext ist wichtig.“Lesen Sie auchDer frühere italienische Spitzenschiedsrichter forderte die Unparteiischen dazu auf, Standbilder nicht überzugewichten und im Zweifel bei den auf dem Platz getroffenen Entscheidungen zu bleiben. „Wir sind froh über jeden Schiedsrichter, der die Courage besitzt, das zu tun. Wir wollen starke Entscheider mit Persönlichkeit auf dem Platz, das bleibt das A und O.“Eckbälle: Uefa macht es anders als BundesligaWie bei der vergangenen Weltmeisterschaft werden falsche Eckstoß-Entscheidungen durch den VAR korrigiert, allerdings nur „wenn es komplett klar ist und unverzüglich funktioniert“, sagte Rosetti. Der DFB hatte entschieden, in der Bundesliga keine Eckbälle per Videobeweis überprüfen zu lassen.Lesen Sie auchUm die Videobeweis-Eingriffe auch Fans besser zu erklären, hat die Uefa eine Übersicht („Clear Line“) auf ihrer Internetseite eingestellt. Dort gibt es unter anderem Beispielvideos für strittige Situationen. „Komplette Einheitlichkeit wird immer eine Utopie bleiben. Aber: Wir sind überzeugt, dass wir mit Clear Line einen sehr, sehr großen Schritt gehen“, sagte Rosetti.Die neuen Leitlinien hatten zunächst die Schiedsrichterchefs aus Deutschland, England, Frankreich, Italien und Spanien erarbeitet. Danach wurden sie unter allen 55 Uefa-Mitgliedern abgestimmt.dpa/step