PfadnavigationHomeSportFußballÄnderungen beschlossenDas sind die 6 neuen Fußball-RegelnVeröffentlicht am 06.03.2026Lesedauer: 4 MinutenFußball am Bildschirm – diese Situation wird es noch deutlich häufiger gebenQuelle: picture alliance/dpa/Harry LangerDie Regelhüter des Fußballs haben weitreichende Änderungen beschlossen. Schon zur WM dürften sechs neue Richtlinien angewendet werden. Der Videobeweis wird noch häufiger zum Einsatz kommen.Der Video-Schiedsrichter im Fußball bekommt deutlich mehr Macht – und dürfte damit noch öfter kontroverse Diskussionen auslösen. Die internationalen Regelhüter beschlossen bei der Jahreshauptversammlung des International Football Association Board (Ifab) in Wales weitreichende Reformen. Die neuen Bestimmungen treten im Sommer in Kraft und könnten damit bereits bei der Weltmeisterschaft angewendet werden. In der Bundesliga dürften sie voraussichtlich ab der kommenden Saison gelten. Diese sechs Änderungen wurden beschlossen: 1. VAR kann Eckbälle überprüfenKünftig soll der Video-Assistent auch Eckbälle auf ihre Korrektheit überprüfen. „Sofern die Überprüfung sofort und ohne Verzögerung der Spielfortsetzung durchgeführt werden kann“, heißt es in der Mitteilung. Ziel ist es zu verhindern, dass ein zu Unrecht gegebener Eckstoß unmittelbar zu einem Tor führt.2. VAR kann Gelb-Rote Karten überprüfenGecheckt werden bald auch Gelbe Karten, die zu einem Platzverweis führen. Nicht kontrolliert werden hingegen erste Gelbe Karten oder nicht geahndete Verwarnungen, die zu einer Gelb-Roten Karte hätten führen können – es sei denn, nachweislich wurde der falsche Spieler oder das falsche Team bestraft. Der Mainzer Trainer Urs Fischer findet die neuen Regeln „ein bisschen übertrieben“. Man müsse aufpassen, dass es nicht zu viele Regeln seien, weil es die Arbeit des Schiedsrichters erschwere. Lesen Sie auch3. Mehr VAR-Befugnisse bei SpielerverwechslungDass der VAR eingreifen darf, wenn ein Spieler der falschen Mannschaft versehentlich sanktioniert wurde, ist ebenfalls neu. Bislang war das nur zulässig, wenn Spieler aus derselben Mannschaft bei der Bestrafung verwechselt wurden.4. Sekunden-Countdown auch bei Einwürfen und AbstößenDer Kampf gegen Zeitspiel geht in die nächste Runde. Aufbauend auf der sogenannten Acht-Sekunden-Regel für Torhüter beim Abschlag bestätigte die Generalversammlung die Ausweitung des Countdown-Prinzips auf Einwürfe und Abstöße. „Wenn der Schiedsrichter der Meinung ist, dass ein Einwurf oder Abstoß zu lange dauert oder absichtlich verzögert wird, wird ein visueller Countdown von fünf Sekunden gestartet“, erklärten die Regelhüter.Lesen Sie auchBefindet sich der Ball am Ende des Countdowns nicht im Spiel, erhält das gegnerische Team einen Einwurf. Ein verzögerter Abstoß führt zu einem Eckstoß für die andere Mannschaft.Bayer Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand begrüßte die Entscheidung. „Es ist eine gute Idee, ein bisschen mehr Fußball zu spielen“, befand der Däne. Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Kinhöfer sprach hingegen von einem falschen Ansatz. „Es wird noch mehr auf den Schiedsrichter abgewälzt. Man will eine höhere Nettospielzeit, warum führt man dann nicht die Nettospielzeit ein? Lass zweimal 30 Minuten spielen, zweimal 35 Minuten“, sagte der 57-Jährige im ZDF.5. Auswechselspieler müssen Spielfeld schneller verlassenAuch bei Auswechslungen wird das Tempo angezogen. Ausgewechselte Spieler müssen künftig das Spielfeld innerhalb von zehn Sekunden nach Anzeige der Auswechseltafel verlassen. Wenn sich der Spieler nicht daran hält, darf der Einwechselspieler erst auf den Platz, sobald es eine weitere Spielunterbrechung gibt – bis dahin spielt das Team also in Unterzahl.Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.6. Behandelte Spieler müssen eine Minute draußen bleibenWenn ein Spieler wegen einer Verletzung auf dem Rasen behandelt wird oder seine Verletzung zu einer Unterbrechung des Spiels führt, muss der Spieler in Zukunft das Spielfeld verlassen und eine Minute lang außerhalb des Spielfelds bleiben, nachdem das Spiel wieder aufgenommen wurde. So will man verhindern, dass sich Spieler behandeln lassen, um Zeit zu schinden.Vier britische Verbände im GremiumEine verpflichtende Übernahme der neuen Regeln für alle Wettbewerbe gibt es allerdings nicht. Theoretisch könnten sich daher Unterschiede zwischen Liga und DFB-Pokal ergeben. In der Regel einigen sich aber DFB und DFL auf eine Linie. Traditionell sind in dem Gremium die vier britischen Fußballverbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland mit jeweils einer Stimme vertreten. Die Fifa verfügt über insgesamt vier Stimmen. Die Institution wird als Regel-Instanz allseits akzeptiert.Mutmaßlicher Rassismus-Vorfall beschäftigt Ifab Im Hintergrund wird derweil bereits an den nächsten Neuerungen gearbeitet. Das Gremium kündigte an, über Maßnahmen für Fälle beraten zu wollen, in denen „Spieler während des Spiels ihren Mund bedecken, wenn sie den Gegner konfrontieren“.Beim mutmaßlichen Rassismus-Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon soll Lissabons Profi Gianluca Prestianni den Brasilianer Vinícius Júnior als „Affe“ bezeichnet haben. Der Benfica-Profi bestreitet das, er hatte sich in der Szene das Trikot vor den Mund gezogen.Außerdem wollen die Regelhüter künftig einen passenden Umgang dafür finden, wenn „Spieler einseitig beschließen, das Spielfeld als Protest gegen eine Entscheidung des Schiedsrichters zu verlassen“. Zuletzt gab es solch einen Fall im Endspiel des Afrika-Cups zwischen Senegal und Marokko im Januar.luwi/dpa
Fußball: Änderungen beschlossen – Das sind die 6 neuen Regeln - WELT
Die Regelhüter des Fußballs haben weitreichende Änderungen beschlossen. Schon zur WM dürften sechs neue Richtlinien angewendet werden. Der Videobeweis wird noch häufiger zum Einsatz kommen.








