Der amerikanische Präsident lobt den bedrängten Fifa-Präsidenten auf seiner Plattform Truth Social. Es ist eine weitere Episode im offenen Kampf um die Macht im Weltfussball.11.08.2026, 12.23 Uhr3 LeseminutenUS-Präsident Trump und Fifa-Präsident Infantino nach dem WM-Final.Carl Recine / GettyDer amerikanische Präsident hat am Montag auf seiner Plattform Truth Social dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino seine Unterstützung zugesichert. «Er ist phantastisch», schrieb Trump, Infantino habe «gerade die erfolgreichste Weltmeisterschaft aller Zeiten geleitet» und es wäre «ein schrecklicher Fehler, würde die Fifa auch nur in Erwägung ziehen, aus irgendeinem Grund den Präsidenten Gianni Infantino zu ersetzen».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wenn Infantino nicht mehr Fifa-Präsident wäre, würde es «nie wieder solch eine erfolgreiche oder profitable WM geben». Trump schreibt von einem Turnier, das «viermal so hohe Einnahmen» generiert habe wie die letzte WM in Katar. Der Umsatz der WM mit 48 Teilnehmer-Nationen wurde gegenüber rund 7 Milliarden 2022 auf gegen 15 Milliarden 2026 gesteigert.Die Fifa dementiert direkten KontaktDie Einlassung Trumps erfolgte nicht zufällig. Wenige Stunden davor hatte der europäische Fussballverband (Uefa) gemeinsam mit der asiatischen Konföderation (AFC) und dem Verband der nord- und mittelamerikanischen Vebände (Concacaf) ein Schreiben veröffentlicht, in dem die drei Kontinentalverbände Infantino auffordern, Rechenschaft über die Vorgänge rund um den gescheiterten 20-Milliarden-Deal abzulegen. Infantino wollte einen Teil der WM-Rechte an private Investoren veräussern. Unterschrieben ist das Statement von allen drei Konföderationspräsidenten und ihren Generalsekretären.Im Zusammenhang mit dem abgeblasenen Deal hatte Trumps Umfeld eine zentrale Rolle gespielt. Der Tech-Investor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, hätte über seine Investmentfirma Thrive Eternal eine Schlüsselrolle übernehmen sollen. Trump behauptete nach dem Platzen der Pläne, er habe «nie mit Infantino über das Investment gesprochen». Rund um den WM-Final soll es zu Missstimmung zwischen Trump und Infantino gekommen sein, weil Trump den WM-Pokal nicht höchstpersönlich den spanischen Weltmeistern überreichen konnte.Ein Fifa-Sprecher dementierte, dass Infantino den Präsidenten um Unterstützung gebeten habe, nachdem in den letzten Tagen die Gegner des Fifa-Präsidenten in Europa, Asien und Nordamerika diesen wegen seiner Amtsführung in Bedrängnis gebracht hatten. Kommentatoren in europäischen Medien, aber beispielsweise auch Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness hatten Infantinos sofortigen Rücktritt gefordert.Die Zeit läuft für InfantinoDer Post des amerikanischen Präsidenten ist eine weitere Episode im offenen Machtkampf um die Herrschaft im Weltfussball. Infantino versucht seit seiner schweren Niederlage vehement, Unterstützer innerhalb und ausserhalb des Fussballs zu aktivieren. In Marokkos Hauptstadt Rabat, wo die Fifa ein grosses Afrika-Büro unterhält und wo in vier Jahren die Zentrale der nächsten WM sein soll, liess sich Infantino von Teilen des Fifa-Managements die Gefolgschaft versichern.«Das ist nicht das Verhalten eines Hüters des Spiels, sondern das Verhalten eines Menschen, der glaubt, das Spiel sei ihm Rechenschaft schuldig», kommentierten die Uefa, AFC und Concacaf. Sie verlangen von der Fifa eine unabhängige Untersuchung, wie Infantino an den internen Gremien und Kontrollinstanzen vorbei seine Verkaufspläne verfolgt hat. «Es herrscht Schweigen, wo Rechenschaft abgelegt werden sollte, und Distanz, wo Offenheit geboten wäre», schreibt die Opposition und verlangt «einen Neuanfang an der Spitze der Fifa».Weil Infantino nicht freiwillig zurücktritt, spielt ihm die Zeit in die Karten. Solange es die Opposition, angeführt von der Uefa und ihrem Präsidenten Aleksander Ceferin, nicht fertigbringt, entweder im Fifa-Rat oder bei den 211 Mitgliederverbänden eine Mehrheit für eine ausserordentliche Delegiertenversammlung einzuberufen, kann bis zum ordentlichen Wahltermin im März noch viel passieren.Passend zum Artikel