PfadnavigationHomeRegionalesHamburgKorvetten manipuliertSabotageversuch an Marineschiff bleibt folgenlos – Verfahren gegen Werftarbeiter eingestelltStand: 12:10 UhrLesedauer: 2 MinutenDie Korvette F 267 „Karlsruhe“, eine der insgesamt fünf neuen Korvetten der Klasse 130 für die Deutsche Marine, am Kai der Werft Blohm+Voss im Hamburger Hafen. (Archivbild)Quelle: Marcus Brandt/dpaStrahlkies im Motor, zerstoßene Leitungen, deaktivierte Schalter – die mutmaßliche Sabotage an Marineschiffen in Hamburg bleibt juristisch folgenlos, der eigentliche Auftraggeber bleibt auch nach monatelangen Ermittlungen im Dunkeln.Die Ermittlungsverfahren gegen zwei Werftarbeiter wegen Sabotageversuchen an Korvetten, die für die Deutsche Marine bestimmt waren, sind eingestellt worden. Zwar stehe für die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg weiterhin fest, dass es zu Manipulationen an den Schiffen gekommen sei, sagte Sprecherin Mia Sperling-Karstens der Deutschen Presse-Agentur. „Es konnte allerdings nicht mit der eine Anklageerhebung rechtfertigenden Sicherheit festgestellt werden, wer von den beiden Beschuldigten die mutmaßliche Tathandlung vorgenommen hat.“ Zuvor hatte der NDR berichtet.Im März waren der 38 Jahre alte Rumäne und der 55-jährige Grieche bereits auf freien Fuß gekommen, nachdem die Haftbefehle gegen sie mangels dringenden Tatverdachts aufgehoben werden mussten. Sie waren Anfang Februar in Hamburg und Griechenland festgenommen worden.Lesen Sie auchDie Männer sollen im vergangenen Jahr während ihrer Tätigkeit auf der Hamburger Werft Blohm+Voss an mehreren Korvetten Sabotagehandlungen vorgenommen haben. Unter anderem wurden sie verdächtigt, mehr als 20 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock eines der Schiffe gefüllt, Frischwasserzuleitungen zerstochen, Tankdeckel von Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik auf der Korvette „Köln“ deaktiviert zu haben. Ein Beschuldigter bestreitet Tat, der andere schweigt zu Vorwürfen.Nach Angaben der Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft war neben der Haupttäterschaft auch nicht hinreichend belegbar, dass die beiden als Mittäter bewusst und gewollt mit einem gemeinsamen Tatplan gehandelt hätten. „Dies wäre aber Voraussetzung für eine wechselseitige Zurechnung von Tatbeiträgen gewesen“, sagte sie.Geheimdienste warnen vor Aktivitäten RusslandsWer hinter den Manipulationen steckt, ist weiter unklar. In seinem jüngsten Jahresbericht hat der Militärgeheimdienst MAD vor Spionage und Sabotage aus Russland gewarnt. Die Bundeswehr sei dabei unter den am stärksten gefährdeten Institutionen Deutschlands.Lesen Sie auchIm Januar waren die Gesetze gegen sogenannte Wegwerf-Agenten verschärft worden, die Sabotageaktionen für ausländische Mächte durchführen. Als „Wegwerf-Agenten“ werden Handlanger ohne nachrichtendienstliche Ausbildung verstanden, die etwa über soziale Medien angeworben werden und für ein Handgeld gezielte Schäden anrichten.
Korvetten manipuliert: Sabotageversuch an Marineschiff bleibt folgenlos – Verfahren gegen Werftarbeiter eingestellt - WELT
Strahlkies im Motor, zerstoßene Leitungen, deaktivierte Schalter – die mutmaßliche Sabotage an Marineschiffen in Hamburg bleibt juristisch folgenlos, der eigentliche Auftraggeber bleibt auch nach monatelangen Ermittlungen im Dunkeln.







