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in blonder Junge, leicht unscharf, an der Kante eines bezogenen Bettes stehend. Hinter ihm weiße Gardinen. Durch den Schlitz, den sie freilassen, ahnt man eine Hecke. Der Junge ist eingefangen in Bewegung. Trägt er eine Badehose? Er wird nicht lange in diesem Zimmer bleiben. Es könnte Sommer sein. Das Licht, das durchs Fenster fällt, reflektiert in seinen Haaren, seine Gesichtszüge kann man nur ahnen. Vielleicht lächelt er. Das Foto könnte an der englischen Küste in Brighton aufgenommen worden sein. Im mittlerweile verkauften Haus von Nick Cave und seiner Frau Susie.

Und doch hat man nicht das Gefühl, einen privaten Schnappschuss zu sehen. Das Foto seines Sohnes Arthur, das Nick Cave seinem Text beigefügt hat, ist ein monochromes, sepiagetöntes Bild; da ist das Licht, die Unschärfe. Dieses Kind ist schon Erinnerung, eine Erscheinung. Das Foto der französischen Fotografin Dominique Issermann steht in einem der aktuellen Einträge Caves auf seiner Internet-Seite The Red Hand Files. 2018 hat er mit diesem Projekt begonnen. Die schlichte Idee: Das Publikum fragt, Cave antwortet – einmal die Woche, ohne zwischengeschaltetes Management, ohne Moderation, ohne Filter.

Eigentlich war es gar keine Frage, die Jane ihm gestellt hatte. Nur gute Wünsche, Liebe und Kraft für diesen Tag, den elften Todestag seines Sohnes Arthur. „Diese Gefühle des Verlusts gleiten durch unsere Körper wie Geister“, schrieb ihr Cave: „Sie lassen sich in unseren Zellen nieder, in unserem Blut, versammeln sich an Tagen wie diesen, wie Wetterphänomene, formen uns auf eine Weise, die wir nicht verstehen können“. Cave notierte das an einem sonnigen Tag im südfranzösischen Nîmes. Am Abend, schrieb er, würde er im Amphitheater spielen.