Die Botschaft, die das Verkehrsschild auf der Zufahrt zur Thalkirchner Brücke vermittelt, ist eindeutig. „Einsturzgefahr bei Überlastung“ ist darauf zu lesen – garniert mit dem Hinweis, dass Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als drei Tonnen die Isarquerung überhaupt nicht mehr befahren dürfen. Denn die Tierparkbrücke ist ein akuter Sanierungsfall und wird voraussichtlich von 2028 an für eine zweijährige Instandsetzung komplett gesperrt. Nicht wenige befürchten, dass dem Münchner Süden dann das Verkehrschaos droht – und Blaulicht- und Rettungsdienste enorme Umwege und Zeitverluste in Kauf nehmen müssen.Die CSU im Münchner Stadtrat kritisiert, dass bisher nicht geklärt sei, wie sich die Komplettsperrung auf deren Arbeit auswirken könne. „Sperrungen von zentralen Verkehrsachsen haben natürlich auch Auswirkungen auf die Anfahrtsdauer von Rettungsdienst und Feuerwehr“, sagt CSU-Stadtrat Jens Luther, der auch als freiwilliger Feuerwehrmann aktiv ist. Er betont die Bedeutung der Thalkirchner Brücke für die Einsatzkräfte: Diese sei wichtig für die Erreichbarkeit der Stadtviertel östlich der Isar. Luther bringt für diesen Aspekt auch eine temporäre Lösung ins Spiel: „Könnte man eine provisorische Querung zumindest für kleinere Rettungsfahrzeuge einplanen?“Für Fußgänger und Radfahrer befürworten die Fraktionen von Grünen/Rosa Liste, SPD, CSU sowie FDP/Freie Wähler bereits eine solche temporäre Brücke während der zweijährigen Bauphase. Die Idee findet auch unter Anwohnerinnen und Geschäftsleuten Anklang, die durch die Sperrung der Tierparkbrücke Einbußen befürchten. Auch die Verantwortlichen des Tierparks Hellabrunn sorgen sich vor einem Einbruch der Besucherzahlen, wenn „der wichtigste Hauptverkehrsweg“ wegfalle, wie eine Sprecherin auf Nachfrage sagte.Die Tierparkbrücke ist zu schmal und wenig tragfähig für das hohe Verkehrsaufkommen. Von 2028 an wird sie saniert. Robert HaasDass die im Jahr 1991 nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellte Brücke saniert werden muss, stellt kaum jemand infrage. Bereits vor drei Jahren hat der Bauausschuss des Stadtrats die Vorbereitungen der altersbedingten Sanierung auf den Weg gebracht.Die Münchner CSU allerdings kritisiert die Dauer der geplanten Instandsetzung. „Zwei Jahre Vollsperrung sind einfach zu lang“, sagt Stadtrat Andreas Babor. Das Baureferat, so der Christsoziale, müsse erläutern, weshalb die Arbeiten so lange dauern sollten. Zudem, betont er, dürfe es während der Sanierung keine weiteren Baustellen auf anderen Isarbrücken, die als Alternativrouten dienen, geben, um einen „Verkehrskollaps“ im Münchner Süden zu vermeiden.Welche Alternativrouten etwa Rettungsdienste von 2028 nehmen könnten und mit welchen Zeitverlusten sie rechnen müssten, könne derzeit noch nicht genau vorhergesagt werden, teilt das Baureferat auf Nachfrage mit; das Projekt befinde sich in der Entwurfsplanung und der genaue Bauablauf könne erst mit der Ausführungsplanung konkretisiert werden. Im Herbst werde der Stadtrat mit der entsprechenden Beauftragung befasst, so ein Sprecher des Referats. Die Verkehrsführung während der Bauphase werde eng mit der Branddirektion, dem Mobilitätsreferat und auch dem Tierpark Hellabrunn sowie den beteiligten Bezirksausschüssen abgestimmt.Dass die Thalkirchner Brücke auch für Rettungskräfte und Feuerwehren nach wie vor eine wichtige Verbindung über die Isar darstellt, zeigt eine Ausnahmeregelung eben für die Helfer. Derzeit darf die Isarquerung auch von schweren Fahrzeugen der Rettungskräfte wie Krankenwagen befahren werden, die weit mehr als die zulässigen drei Tonnen wiegen. Allerdings gelten für die Fahrzeuge Einschränkungen: Sie dürfen die Brücke ausschließlich in Schrittgeschwindigkeit befahren, es darf sich stets nur ein Fahrzeug auf der Querung befinden – und die Brücke darf nur im Einsatzfall benutzt werden.Das soll sich mit der Sanierung der Brücke ändern. Bisher, so das Baureferat, sei die Thalkirchner Brücke für das hohe Verkehrsaufkommen zu schmal und zu wenig tragfähig. Daher soll die Querung von derzeit etwa zwölf auf 18 Meter verbreitert werden, ohne etwas von ihrem filigranen Äußeren einzubüßen. Mit der Verbreiterung soll dann den Anforderungen aller Verkehrsteilnehmer vom Fußgänger über den Rad- und Autofahrer bis hin zu Sanitätern und Feuerwehrleuten Rechnung getragen werden.
München: Geplante Sperrung der Tierparkbrücke – kommen die Retter dann zu spät?
Die Münchner CSU betont, wie wichtig die Brücke nach Thalkirchen für die Anfahrt von Feuerwehr und anderen Rettungsdiensten sei. Zudem kritisiert sie die Dauer der Sanierung.






