Nicht die To-do-Liste macht müde, sondern der Dauer-Reply-Modus im eigenen Kopf: Neurowissenschaftlerin Amy Brann erklärt, wie schon kleine Anpassungen im eigenen Kalender den Tag spürbar leichter machen.
11.08.2026, 07.07 Uhr
Neulich habe ich spaßeshalber zu einer Kollegin gesagt: Vielleicht entwickle ich bald eine gespaltene Persönlichkeit. Hier beim Harvard Business manager schreiben wir permanent darüber, wie wichtig gute Führung ist – und wie sehr Chefinnen und Chefs die Arbeitsbelastung ihrer Teams im Blick behalten sollten, damit sie nicht ausbrennen. Und trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, ihnen genau das Gegenteil vorzuleben.
Was das Ganze so schwierig macht: Ich liebe das, was ich tue. Das Problem ist nur: Freude allein reicht nicht. Denn was uns am Ende eines Arbeitstags so oft platt und erschöpft zurücklässt, ist nicht die schiere Menge an Aufgaben. Es ist die Art, wie viele von uns tagsüber denken – und wie selten wir dabei den Modus wechseln.In „Wie Sie Ihr Gehirn am besten einsetzen“ , meiner heutigen Leseempfehlung für Sie, beschreibt die Neurowissenschaftlerin Amy Brann das sehr präzise: Viele Führungskräfte überlasten dauerhaft ihren präfrontalen Kortex – also den Teil unseres Gehirns, der plant, priorisiert, Entscheidungen trifft, uns reguliert und hilft, konzentriert zu bleiben. Kurz: Der präfrontale Kortex ist unser innerer Projektmanager. Er ist beeindruckend vielseitig, hat aber keine unbegrenzten Ressourcen. Und reagiert ausgesprochen empfindlich auf all das, was moderne Arbeit reichlich liefert: Ablenkung, Tempo, Fragmentierung.






