Nach dramatischen Ereignissen ist es üblich, dass jemand verlangt, die Bundeswehr im Inland einzusetzen. Ob gegen Terroristen, Pandemien, Überschwemmungen – das Militär hat bei manchen den Ruf, in der Gefahrenabwehr die letzte Instanz zu sein. So verwundert es nicht, dass Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) verlangt, die Bundeswehr im Inneren einzusetzen – zur Abwehr von Drohnen. Er reagiert damit auf den durchaus verstörenden Vorfall am Leipziger Flughafen in der vergangenen Woche, als eine mit Sprengstoff präparierte Drohne ein ukrainisches Frachtflugzeug zerstören sollte.Dass aber selbst die Bundeswehr nicht alle Gefahren wird ausschalten können, offenbarte sich am gestrigen Montag schon wenige Stunden, nachdem Günther seine Forderung genannt hatte. Ein Sprecher von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte, die Bundeswehr sei schon gut beschäftigt damit, ihre eigenen Stützpunkte gegen Drohnen abzusichern. Ein Schutz der gesamten zivilen Infrastruktur durch die Streitkräfte, noch dazu 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, sei nicht zu gewährleisten. „Diese trügerische hundertprozentige Sicherheit, das brauchen wir uns nicht vormachen, die wird es nicht geben“, sagte der Sprecher. Das ist einerseits ernüchternd und andererseits erfrischend ehrlich.Immerhin hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Montag die Weisung erteilt, die Drohnenabwehr bei der Bundespolizei zu stärken, denn die ist für die zivilen Flughäfen verantwortlich. Die Zahl der Experten für Drohnenabwehr soll demnach von rund 130 auf 300 steigen. Das ist, auf die Bundesrepublik bezogen, noch immer nicht viel, aber es ist ein Anfang für ein Land, das es verlernt hat, sich um seine Sicherheit selbst zu kümmern.Sollte das aber nicht genügen, und sollte die militärische Lage es erfordern, so „muss die Bundeswehr ran“, kommentiert Daniel Brössler. „Dafür ist sie da.“Über das Thema haben wir gestern auch in unserem Podcast gesprochen – hier zum Nachhören.Was heute wichtig istGab es einen Testlauf für die Drohne am Leipziger Flughafen? Bereits 2024 hatten Handlanger Brandsätze verschickt, nur durch Glück wurde damals ein Feuer an Bord eines DHL-Flugzeugs verhindert. Ein Täter lieferte damals auch Drohnenteile nach Deutschland. Diese Technik wurde auch zur Steuerung der in der vergangenen Woche gefundenen Sprengstoffdrohne benötigt. Zum ArtikelMEINUNG Drohne am Leipziger Flughafen: Moskau dementiert, indem es gleich wieder angreiftRussisches Gericht schließt liberale Oppositionspartei Jabloko von Parlamentswahl aus. 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