Niedrigwasser: Lkw-Fahrverbot wird weiter gelockertWegen des anhaltenden Niedrigwassers am Rhein und anderen Flüssen wollen nun auch Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw aussetzen. Geplant sei dies ab dem kommenden Wochenende und zunächst bis Ende August, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Verkehrsministeriums. Wie lange die Ausnahmeregelungen in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gelten soll, ließen die jeweiligen Ministerien offen.Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hatten das Fahrverbot bereits ab dem vergangenen Wochenende vorübergehend gelockert. Sachsen lehnt eine generelle Lockerung ab und verweist auf mögliche Ausnahmegenehmigungen.Bundesverkehrsminister Steffen Bilger will an diesem Mittwoch mit den Ressortchefs der Länder über weitere Entlastungsmaßnahmen beraten. Er werde mit den Landesverkehrsministern digital zusammenkommen, sagte der CDU-Politiker in Kiel. Gesprochen werden solle etwa über den Umgang mit bestimmten Gütern, die nicht länger an den Häfen gelagert werden dürfen. „Da kann man Regelungen flexibilisieren“, sagte Bilger.Uli PutzJuni und Juli waren in Westeuropa so warm wie noch nieWesteuropa hat in diesem Jahr den heißesten Juni und Juli seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Die Durchschnittstemperatur für die beiden Monate lag bei 21,62 Grad – und damit über dem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022, wie das EU-Beobachtungsprogramm Copernicus am Montag mitteilte. Der Wert spiegele „die außergewöhnlich anhaltende Hitze“ in diesem Sommer wider, erklärte Copernicus. Die Bodenfeuchtigkeit sei zudem „deutlich niedriger“ als im Juli 2022, als die letzte extreme Dürre Westeuropa heimgesucht hatte. Europa ist der sich weltweit am schnellsten erwärmende Kontinent, und die ersten beiden Sommermonate waren in diesem Jahr von Hitzewellen, Trockenheit und Waldbränden geprägt. Zahlreiche Länder meldeten Temperaturrekorde. Frankreich und Spanien erlebten die schlimmsten Waldbrände seit Langem. Die Pegelstände der Flüsse - insbesondere des Rheins, der Donau und der Seine - waren ungewöhnlich niedrig. In mehreren Ländern kam es zu Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr, bei der Bewässerung und der Stromerzeugung.Auch die Ozeane verzeichneten laut dem EU-Beobachtungsdienst im Juli 2026 weltweit die „höchsten jemals für diesen Monat gemessenen Temperaturen“. Bereits im Juni hatten die Weltmeere einen Temperaturrekord erreicht. Spanien: Waldbrand nahe Huelva ausgebrochenHunderte Feuerwehrleute und Soldaten haben am Wochenende in der südspanischen Region Andalusien gegen einen neuen Waldbrand gekämpft. Bis Sonntag breiteten sich die Flammen in der Provinz Huelva immer weiter aus; zuletzt war ein Gebiet von rund 8000 Hektar betroffen.Warum Deutschland mehr nichtfossile Energie brauchtAngesichts der fortschreitenden Klimakrise lohnt es nicht mehr, auf eine Rückkehr zur alten Normalität zu hoffen. Für eine stabile Stromversorgung braucht es stattdessen den Fokus auf die Energieträger, die Deutschland zumindest einigermaßen sicher nutzen kann. Deutschland hat diesbezüglich viel zu tun, kommentiert mein Kollege Lukas Fuhr.Waldbrand am Gardasee ist wieder unter KontrolleÜber der Ortschaft Tignale hat ein Brand am Freitagabend und Samstag rund 50 Hektar Wald zerstört. Dank des Einsatzes mehrerer Löschflugzeuge konnte dieser schnell unter Kontrolle gebracht werden, schreibt mein Kollege Matthias Rüb.Waldbrände in British Columbia – Notstand ausgerufenMehr als 20.000 Menschen mussten in Kanada wegen Waldbränden in Sicherheit gebracht werden. Der Brand erstreckte sich laut der Webseite der zuständigen Waldbrandbehörde bis zum frühen Sonntagmorgen auf eine geschätzte Fläche von 10.341 Hektar. Die Katastrophenschutzministerin der Provinz, Kelly Greene, rief den Notstand aus. Landwirtschaft: Böden leiden unter der TrockenheitDurch die lange Trockenheit leiden Natur und Landwirtschaft. „In Teilen Deutschlands sind die Böden derzeit ungewöhnlich stark ausgetrocknet“, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Vor allem in der südlichen Mitte und im Süden Deutschlands sei die Bodentrockenheit „gravierend“.Schon seit März seien die Niederschlagsmengen in fast ganz Deutschland unterdurchschnittlich. Besonders wenig Niederschlag fiel von der Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken. Im Süden entsprach die Niederschlagsmenge gebietsweise weniger als der Hälfte des vieljährigen Mittels der Jahre 1991 bis 2020.Getreide und Raps reiften bei hohen Temperaturen rasch ab, die Ernte kam schnell voran. „Die Trockenheit hatte auf diese Kulturen relativ geringe Auswirkungen“, stellte der DWD fest.Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln, die einen hohen Wasserbedarf haben, litten hingegen regional stark unter der Trockenheit. „Es drohen markante Schäden.“ Teils ist bereits ein Grünlandschnitt ausgefallen, was Futterknappheit bei der Viehhaltung verursachen kann.Hitze sorgt für Probleme in der österreichischen LandwirtschaftHitzebedingte Schäden für die Landwirtschaft werden immer stärker sichtbar. In Österreich gibt es dadurch Probleme bei der Viehwirtschaft: Futter kann nicht wie geplant geerntet werden, die Wiesen sind teilweise verdorrt. Es kommt zu einem verfrühten Almabtrieb.Die trockenheitsbedingte Futterknappheit veranlasst viele Bauern, einen Teil ihrer Rinder frühzeitig zu verkaufen. „In den vergangenen Wochen kamen rund dreimal so viele Schlachtkühe zur Vermarktung wie üblich", teilte die ARGE Rind, die Dachorganisation von acht Rindererzeugergemeinschaften, mit. Dadurch würden „die Kapazitäten der Schlacht- und Zerlegebetriebe an ihre Grenzen“ stoßen. Die ARGE Rind appelliert an die Schlachthöfe und Viehhändler, die Lebendimporte von Schlachtrindern aufgrund „der dramatischen Futterknappheit“ vorübergehend auszusetzen. Bereits jetzt sei es aufgrund der hohen Vermarktungsmengen zu einem Preisrückgang von bis zu 25 Prozent am Schlachtkuhmarkt gekommen.Nach Berechnung des nationalen Wetterdienstes GeoSphere Austria gab es österreichweit durchschnittlich von Januar bis Juli ein Drittel weniger Niederschlag als in den Jahren 1991 bis 2020. Die Dürreschäden der Landwirtschaft lassen sich nach dem Agrar-Spezialversicherer Hagelversicherung noch nicht finanziell beziffern.In Österreich sind rund 80 Prozent der Ackerbauern und 40 Prozent der Grünlandbetriebe gegen Dürre versichert. Die extreme Trockenheit und Hitze haben den Getreideanbau stark belastet. Mit rund 2,5 Millionen Tonnen liegt die Getreideproduktion ohne Mais aus Sicht von Agrarmarkt Austria (AMA) um 19 Prozent unter dem guten Vorjahreswert und um 14,4 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Für den noch am Feld stehenden Mais wird ebenfalls eine unterdurchschnittliche Ernte erwartet.Bombe im Rhein bei Köln gefunden – durch NiedrigwasserDurch das Niedrigwasser ist im Rhein bei Köln-Deutz eine Weltkriegsbombe gefunden worden. Der Blindgänger müsse noch im Tagesverlauf entschärft werden, teilte die Stadt mit. Menschen im Umkreis von 400 Metern müssten ihre Häuser verlassen - es seien etwa 360 Personen von der Evakuierung betroffen, hauptsächlich Bewohner eines Seniorenheims, hieß es. Auch der Sender RTL liegt im Evakuierungsradius.Nach Angaben einer RTL-Sprecherin wird das aktuelle TV-Programm von ntv ab 15 Uhr aus einem mobilen Studio produziert. Die Nachrichtensendung „RTL Aktuell heute“ um 18.45 Uhr werde nicht aus Köln, sondern aus dem Hauptstadtstudio in Berlin gesendet.Die amerikanische Fünf-Zentner-Bombe war laut Stadt am Mittwochabend in Höhe des Rheinparks entdeckt worden. Der genaue Zeitpunkt der Entschärfung steht demnach noch nicht fest. Feuerwehr kämpft gegen Waldbrände auf dem BalkanAuch auf dem Balkan kämpft die Feuerwehr gegen Waldbrände. In Serbien wütet im Banater Dünenland östlich der Hauptstadt Belgrad ein Vegetationsbrand. Die Flammen zerstörten bereits eine Fläche von 300 Hektar, berichteten serbische Medien unter Berufung auf das Innenministerium. Zur Brandbekämpfung seien 80 Einsatzkräfte und drei Helikopter des Innenministeriums aufgeboten worden. Deren Arbeit würden nicht nur Trockenheit und Hitze erschweren, sondern auch Winde, die das Feuer immer wieder weitertragen. Das Banater Dünenland, auch „Banater Sandwüste“ genannt (serbisch: Deliblatska Peščara), ist ein rund 300 Quadratkilometer großes Dünen- und Waldgebiet in der serbischen Nordprovinz Vojvodina, das sich nördlich der Donau erstreckt. Es besteht aus Wäldern, Grasland und offenen Sandflächen und gilt als das größte zusammenhängende Sandgebiet in Europa. Es steht unter Naturschutz und beherbergt rund 900 Pflanzenarten. Wegen seines außergewöhnlichen Vogelbestands zählt es außerdem zu den bedeutendsten Vogelschutzgebieten Europas. Hitze in Europa: Ärzte fordern verbindliche MaßnahmenAngesichts der jüngsten Hitzewellen mit Tausenden Toten fordern die Bundesärztekammer und rund 80 weitere europäische Gesundheitsorganisationen deutlich mehr Anstrengung von der EU. So müsse die Erklärung des Klimanotstands zu verbindlichen Verpflichtungen führen und extreme Hitze als ernsthafte grenzüberschreitende Gesundheitsgefahr anerkannt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.Weiter fordern die Unterzeichner unter anderem einen Europäischen Hitzeschutzplan, unterstützt durch einen Notfall-Anpassungsfonds. Damit sollen beispielsweise die Hitzeüberwachung und Gesundheitseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen klimafest gemacht werden. Die Lücke im europäischen Arbeitsschutz bei Hitze müsse durch verbindliche, regional angepasste Temperaturschwellenwerte geschlossen werden. Außerdem sollen etwa sichere Innentemperaturen für vulnerable Menschen im Bestandswohnraum gewährleistet werden. Trotz bestehender nationaler Hitze-Gesundheits-Aktionspläne, Frühwarnsystemen und einer EU-Anpassungsstrategie steige die hitzebedingte Sterblichkeit weiter, kritisieren die Autoren. Die Opfer seien überwiegend ältere Menschen, überproportional Frauen.Auch im Freien arbeitende Menschen sowie Menschen in Armut und in schlecht angepassten Wohnungen als auch in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen seien von gesundheitlichen Folgen betroffen, zudem förderten Waldbrände weitere Todesopfer und hüllten Städte in Rauch. „Dessen Feinstaubpartikel werden noch lange nach dem Erlöschen der Flammen weitere Todesfälle verursachen“, warnen die Unterzeichner, zu denen auch der deutsche Hausärztinnen- und Hausärzteverband sowie KLUG, die deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit, gehören.Elbe in Magdeburg erreicht niedrigsten WasserstandDie Elbe in Magdeburg hat den niedrigsten Wasserstand seit Beginn der Messungen im Jahre 1727 erreicht. Laut Elwis-Vorhersagesystem der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurden am Pegel Strombrücke am Donnerstagvormittag 44 Zentimeter gemessen. Der bisher niedrigste gemessene Wasserstand der Elbe in Magdeburg datiert vom 31. Juli 2019, als am Pegel Strombrücke 45 Zentimeter gemessen wurden. Am Montag könnte der Wert gar auf 40 Zentimeter fallen. „Insgesamt lässt sich feststellen, dass wir uns in einer lang anhaltenden Niedrigwasserperiode befinden“, sagte Pavel Knotek von der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe in Magdeburg. So habe die Elbe seit dem Jahr 2015 fast in jedem Sommer für mehrere Wochen extremes Niedrigwasser. Trockenheit und niedrige Wasserstände haben dazu geführt, dass seit April kaum noch Frachtschiffe auf der Elbe zwischen Magdeburg, Dresden und der tschechischen Grenze verkehren.Italien: Alarmstufe Rot wegen Hitze in 27 GroßstädtenWegen der anhaltenden Hitzewelle gilt in Italien in allen 27 Großstädten, die unter Beobachtung des Gesundheitsministeriums stehen, die höchste Warnstufe für Hitzealarm. Alarmstufe Rot wird von der Regierung in Rom erlassen, wenn es extreme Hitze verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit gibt. Das bedeutet akute Gesundheitsgefahren nicht nur für ältere Menschen und andere Risikogruppen, sondern auch für Gesunde und sportlich Aktive.Die höchste Alarmstufe Rot gilt nun von Nord bis Süd, von Bozen in Südtirol bis Palermo auf der Mittelmeerinsel Sizilien. Vielerorts werden am Donnerstag Temperaturen von mehr als 35 Grad erwartet. Für Städte wie Florenz in der Toskana und die Hauptstadt Rom, die auch von vielen Touristen besucht werden, stellen Meteorologen Spitzenwerte von mehr als 40 Grad in Aussicht. An Trinkwasserbrunnen bilden sich dort lange Schlangen. Die Hitzewelle wird nach Vorhersagen bis Mitte August dauern.DLRG meldet 261 Badetote in deutschen Gewässern in diesem Jahr261 Menschen sind in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres in deutschen Gewässern ertrunken. Das waren 15 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte. Die meisten Badetoten gab es in Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen. In Niedersachsen sank die Zahl leicht.Zwischen Anfang Mai und Ende Juli ertranken allein 189 Menschen. Das waren so viele Badetote wie seit 2019 nicht mehr – damals kamen in dem Zeitraum sogar 220 Menschen ums Leben. Besonders im vergangenen Juni kam es zu einem „dramatischen Anstieg“ an Unfällen, wie DLRG-Präsidentin Ute Vogt sagte. „Über 100 Opfer gab es im Monat Juni zuletzt im Jahr 2003."In den ersten sieben Monaten ertranken wieder deutlich mehr junge Menschen zwischen elf und 30 Jahren, ihre Zahl stieg von 49 im Vorjahreszeitraum auf 75. Die allermeisten von ihnen waren männlich – 95 Prozent. Mehr ladenTickarooLive Blog Software