Frankfurt. Mit dem digitalen Euro erprobt die Europäische Zentralbank (EZB) auch Neuerungen für Unternehmen. Doch in vielen Firmen kommt das Vorhaben nicht an. Die meisten halten ein neues digitales Zahlungsmittel für überflüssig. Das geht aus den Ergebnissen einer Umfrage in mehreren Branchen hervor, die dem Handelsblatt vorab vorliegen.Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat wiederholt Firmen aus Industrie und Informationswirtschaft zum digitalen Euro befragt, den die EZB in drei Jahren einführen will. Die meisten Unternehmer kennen demnach die Pläne. Für einen Segen halten den digitalen Euro allerdings die wenigsten.Nur sieben Prozent der Befragten rechnen mit positiven Auswirkungen. Die meisten sehen keinen Mehrwert: 77 Prozent der Unternehmen erwarten überhaupt keine Auswirkungen. 17 Prozent sind negativ eingestellt. Aus der Umfrage gehen die Sorgen allerdings nicht näher hervor.„Die EZB sollte versuchen, die Vorzüge für Unternehmen deutlicher hervorzuheben“, sagte Studienautor Vincent Rost. „Es ist der EZB bislang nicht gelungen, die Unternehmen von den positiven Auswirkungen zu überzeugen und mit ihrem Enthusiasmus anzustecken.“Der frühere Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling sieht es anders: Die ZEW-Umfrage sei ein Weckruf für Unternehmer, sagte Wuermeling, der Firmen zum digitalen Euro berät. „Es ist an den Unternehmen selbst und nicht an der EZB, den größten Nutzen aus dem digitalen Euro zu ziehen“, mahnte er.
Geld: Unternehmen halten digitalen Euro der EZB für überflüssig
Der digitale Euro soll Firmen Geschäftschancen eröffnen. Doch in der Industrie fallen die Pläne laut einer Umfrage, die dem Handelsblatt vorab exklusiv vorliegt, durch. Woran liegt das?






