Die Pläne der Bundesregierung, die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren zu streichen, schlagen weiterhin hohe Wellen. Manuela Schwesig, SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, hat im Interview mit t-online betont, sie werde alle Hebel in Bewegung setzen, „das zu verhindern“. Schwesig, seit 2017 Ministerpräsidentin in dem Bundesland, führt derzeit eine rot-rote Regierung an und befindet sich mitten im Wahlkampf. Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern der Landtag neu gewählt.Die 52-Jährige hatte sich zuletzt wiederholt kritisch zu den Plänen der Bundesregierung bei der Rentenreform geäußert. Gegenüber t-online legte die Sozialdemokratin nun nach. Die Rentenpläne der Bundesregierung würden bedeuten, dass „diejenigen, die trotzdem nach 45 Jahren in die wohlverdiente Rente gehen, durch die Abschläge de facto weniger Rente bekommen“, sagte sie. Bei einer durchschnittlichen Rente von 1300 Euro in Ostdeutschland „kann und werde ich als Ministerpräsidentin in meinem Bundesland eine faktische Rentenkürzung nicht mitmachen.“Schwesig lehnt es daher ab, die Empfehlungen der Rentenkommission möglichst unverändert ins Gesetz aufzunehmen – wofür Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) plädieren. Damit trifft sie den Nerv vieler Deutscher, die sich in einer Umfrage ebenfalls kritisch zu den Rentenplänen äußern.Es muss einen Unterschied machen, ob jemand mit 16 anfängt zu arbeiten oder mit 26.Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern„Ich rate dazu, vor einer solchen Reform mit den Ländern zu sprechen“, sagte sie. Am Ende müssten Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat die Entscheidung treffen. „Es muss einen Unterschied machen, ob jemand mit 16 anfängt zu arbeiten oder mit 26.“ Für sie sei es eine Frage der Gerechtigkeit, dass „diejenigen, die am längsten arbeiten und am längsten einzahlen, auch am ehesten rausdürfen“.Kritik an ihrer Person, sie würde mit ihrem Widerstand gegen die Rentenreform das gesamte Projekt gefährden, wies Schwesig zurück. „Das ist eine Drohkulisse, mit der eine berechtigte Frage abgeräumt werden soll“, betonte sie gegenüber t-online. (Tsp)