Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig (SPD) fordert grundsätzliche Änderungen an der geplanten Rentenreform der Bundesregierung.„Kritisch sehe ich den Punkt, dass es die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren nicht mehr geben soll. Es muss einen Unterschied machen, ob ich schon mit 18 anfange zu arbeiten und einzuzahlen oder erst mit 28“, sagte Schwesig dem Tagesspiegel-Podcast „Im Osten“, dessen neue Folge zur Rentenreform am Donnerstag erscheint.Hören Sie zum Thema jetzt auch den neuen Tagesspiegel-Podcast „Im Osten“. Für die korrekte Darstellung aktivieren Sie bitte „externe Inhalte“. Sie können den Podcast auch auf Spotify, Apple Podcasts oder der Podcast-Plattform Ihrer Wahl hören.Nach den Plänen der Rentenkommission, die die Bundesregierung übernehmen will, soll die beitragsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren abgeschafft und es soll explizit kein Modell eingeführt werden, bei dem sich das Renteneintrittsalter nach der Zahl der Beitragsjahre richtet. Stattdessen soll das gesetzliche Rentenalter an den allgemeinen Anstieg der Lebenserwartung gekoppelt werden. Schwesig kritisiert das: „Ich finde Beitragsjahre gerechter. Die Lebenserwartung sagt über den Einzelnen gar nichts aus.“Auch die Wirtschaft teile ihre Kritik, führte Schwesig aus. „Gerade Handwerksbetriebe oder Betriebe aus dem Stahlbaubereich weisen darauf hin: Unsere jungen Leute fangen früh an zu arbeiten, die können nicht noch über 65 oder 67 durchhalten. Und ich finde nicht, dass die Leute erst krank werden müssen, um da rauszukommen.“Viele sind sehr frustriert, gerade weil sie die Ansprache vom Kanzler kriegen: Ihr arbeitet nicht genug.Manuela Schwesig kritisiert „die falschen Tonlagen“ von Bundeskanzler Friedrich MerzGerade in Ostdeutschland seien Reformen an der Rente „existenziell, weil viele nur die gesetzliche Rente haben“, so Schwesig im Podcast-Gespräch. Viele Ostdeutsche hätten trotz harter Arbeit nur kleine und mittlere Einkommen und wenig Vermögen.Schwesig warf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, „die falschen Tonlagen“ zu setzen. „Viele sind sehr frustriert, gerade weil sie die Ansprache vom Kanzler kriegen: Ihr arbeitet nicht genug.“ Auf die Frage, ob der Kanzler den Osten genügend im Blick habe, antwortete Schwesig: „Wenn er so redet, dann nicht.“ Viele Leute würden schon mehr arbeiten und hätten geringere Löhne als im Westen „und wenn er dann über die Vier-Tage-Woche redet, dann redet er an den meisten Menschen vorbei“.Bezogen auf die Rentenreform widersprach die Ministerpräsidentin der Linie des Kanzlers. „Ich habe mich sehr an dem Satz von Herrn Merz gestört, das müsse jetzt 1:1 umgesetzt werden. Und deshalb bin ich froh, dass von diesem 1:1 nichts mehr im Koalitionspapier zu finden ist.“ Im Gesetzgebungsverfahren würden sich die Länder nun für Veränderungen und Verbesserungen einsetzen.Das ganze Gespräch mit Manuela Schwesig hören Sie ab Donnerstag im neuen Tagesspiegel-Podcast „Im Osten“. Zu finden überall, wo es Podcasts gibt - und hier.
Widerstand gegen die Rentenreform: Schwesig fordert Rückkehr zur abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren
Im Tagesspiegel-Podcast „Im Osten“ verlangt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Änderungen an den Reformplänen und kritisiert „die falschen Tonlagen“ von Kanzler Merz.









