Es gibt Torwartleistungen, die sich nicht allein an der Zahl der gehaltenen Bälle messen lassen. Marcel Lotka lieferte am Sonntag gegen Hannover 96 eine davon ab. 27 Schüsse gaben die Niedersachsen auf das Tor von Energie Cottbus ab, nur einer fand den Weg ins Netz. Immer wieder war Lotka zur Stelle und bewahrte seine Mannschaft davor, dass aus der drückenden Überlegenheit der Gäste auch ein entsprechendes Ergebnis wurde.Acht Paraden wurden für die neue Nummer eins von Energie gezählt – Bestwert des ersten Spieltags. Nur Hannovers Maurice Neubauer konnte den 25-Jährigen überwinden. Am Ende stand ein 3:1 für Energie und ein nahezu perfekter Einstand für Lotka.

Und der brachte sogar Claus-Dieter Wollitz zu einem ungewöhnlichen Lob. „Was hat der getrunken?“, fragte der Cottbus-Trainer mit einem Grinsen auf der Pressekonferenz. Eine ernsthafte Antwort auf diese Frage dürfte selbst Lotka nicht haben. Denn der Torwart war nicht nur reaktionsstark, sondern auch ständig zu hören. Er dirigierte seine Vorderleute, korrigierte und trieb sie an „Ich bin auch selber sehr heiser, weil ich auch nur am Herumschreien war und am Dirigieren der Jungs“, sagte Lotka nach dem Spiel.Es war ein Nachmittag, an dem sich die Verpflichtung des Torhüters für den Zweitligaaufsteiger bereits voll ausgezahlt hat. Und gleichzeitig eine Geschichte, die aus Berliner Sicht besonders interessant ist. Denn: Lotka war schon einmal ganz nah dran, eine große Torwartkarriere zu starten. Bei Hertha BSC.