Nicht wegen Verrats von Geschäftsgeheimnissen bei der DRAM-Fertigung, sondern wegen Industriespionage zu CMOS-Sensoren wurde in Südkorea ein Mann zu anderthalb Jahren Haft verurteilt. Er soll vor vier Jahren Unterlagen von SK Hynix einem nicht genannten chinesischen Unternehmen zur Verfügung gestellt haben. Der Fall ist ungewöhnlich, weil SK Hynix vor allem für seine Fertigung von Speicherchips bekannt ist.

Wie Reuters unter Berufung auf die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, wurde vom High Court in Seoul, grob vergleichbar einem deutschen Oberlandesgericht, ein früheres Urteil bestätigt. Der Beschuldigte gestand sämtliche Vorwürfe ein: Er hatte Unterlagen von einem Server bei SK Hynix entwendet, entweder per Ausdruck oder durch Abfotografieren, und einer chinesischen Firma übermittelt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er in einer chinesischen Niederlassung von SK Hynix gearbeitet. Welche Gegenleistung er dafür erhalten hat, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Verrat kurz vor Ausstieg aus Sensorgeschäft

Dass China zum Aufbau seiner Chipindustrie auch Industriespionage einsetzt, ist seit langem bekannt. Bisher erstreckte sich das vorwiegend auf Informationen zu DRAM- und Flash-Produkten, aber auch die durch Smartphones und andere Geräte seit langem boomenden CMOS-Sensoren sind offenbar ein attraktives Ziel. SK Hynix spielte hier zwar gegenüber Branchengrößen wie Samsung und Sony eine untergeordnete Rolle, hatte aber auch Produkte mit besonders kleinen Bildwandlern im Angebot.