Mit den Lassie Singers und als Solokünstlerin wurde Christiane Rösinger zur Ikone der Berliner Indie-Szene. Schon 2008 schrieb sie in „Liebe wird oft überbewertet“, was heute als Heterofatalismus diskutiert wird. Nun hat die 65-Jährige mit „The Joy of Aging“ ein Buch über das Älterwerden vorgelegt – schonungslos, komisch und ohne Beschönigung. Ein Gespräch über Altersfreiheit, Berliner Nächte, 380 Euro Rente und darüber, warum die Paarbeziehung nicht das allein Seligmachende ist.Sie färben ja noch, Frau Rösinger!Jeder, wie er will, ich bin noch nicht bereit für graue Haare. Manchen stehen die auch nicht. Die sehen damit einfach viel älter aus, und man will ja doch jünger aussehen.Und trotzdem haben Sie ein Buch mit dem Titel „The Joy of Aging“ geschrieben. Das heißt, eigentlich erstmal einen Song mit diesem Titel, dabei waren Sie da erst 50!Ich wollte den Ratgeber damals schon schreiben. Denn damals hielt ich mich schon für alt.Es ist eben alles relativ.Mit 80 werden wir denken: Was war ich mit 65 für ein junges Huhn, aber damals dachte ich, es ist soweit. Ich habe sogar mit dem Buch angefangen, aber es war schon auch deprimierend, weil mir klar wurde, dass ich mich dann mit dem Tod beschäftigen muss. Mein damaliger Verlag war zudem gerade in der Krise, sodass ich dann nur ein Lied gemacht habe aus den ganzen Recherchen.