Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.
Natürlich ist diese Vorstellung zuallererst ulkig: Eine Nachmittagsveranstaltung im Mehrgenerationenhaus, bei der die Stuhlkreise beiseitegeschoben werden, weil gleich noch Pogo ist. Silberhaarige Menschen, die mit Edding Anarchiesymbole auf ihre Orthopädie-Schuhe kritzeln und Sicherheitsnadeln durch beige Übergangsblousons treiben.
Das Bild ist albern, aber die Frage dahinter erstaunlich brauchbar. Denn was wäre, wenn das letzte Lebensviertel heute nicht nur besser verwaltet, effektiver hormoniert und energischer besportelt werden müsste als früher, sondern endlich eine eigene Kultur bekäme?Und nein, damit ist ausdrücklich nicht die bereits bekannte Fit-bis-zuletzt-Folklore aus Seniorentellern, Longevity-Podcasts oder Beschwichtigungsbegriffen von »Best Ager« bis »Silver Society« gemeint.
Christiane Rösinger, Musikerin, Chefchronistin der prekären Freiheit und Schutzpatronin der Unverpaarten, formuliert diesen Gedanken in ihrem neuen, ebenso klugen wie unterhaltsamen Buch »The Joy of Ageing«.
Rösinger ist in deutschsprachigen Indie-Kreisen eine Ikone. Sie gründete unter anderem in den Achtzigerjahren die Band Lassie Singers und reiste vor wenigen Jahren mal Stefanie Sargnagel in die USA, die danach ein tolles Buch darüber schrieb. Der Masse ist Rösinger bis heute aber kein Begriff. Dabei sind ihre Gedanken über das Älterwerden so klug und hellsichtig, dass sich das spätestens jetzt unbedingt ändern sollte.











