Der Analyst Alon Sahar hat ein rechtes israelfreundliches Netzwerk untersucht. Auch deutsche Zeitungen verbreiten dessen Erzählungen ungefiltert.

taz: In Ihrer Studie für die Rosa-Luxemburg-Stiftung analysieren Sie eine transnationale Kampagne, die darauf abzielt, das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) zu diskreditieren. Sie beschreiben ein Netzwerk von NGOs, von denen einige Verbindungen zur israelischen Regierung haben und von reichen Spendern aus den USA finanziert werden. Wie gehen diese Organisationen vor?

Alon Sahar: Es ist wichtig, sich die Selbstdarstellung dieser NGOs anzuschauen. Schon ihre Namen vermitteln den Eindruck kritischer Neutralität, obwohl es sich tatsächlich um Organisationen für Interessenvertretung handelt, die politische Positionen der israelischen Rechten vertreten. Ein Beispiel ist „UN Watch“ – klingt gut, oder? Man wünscht sich ja eine Organisation, die eine so bedeutende Institution kritisch begleitet. Dasselbe gilt für „NGO Monitor“ oder „Impact-SE“.

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Misha Kaminsky