Derzeit wüten in vielen Ländern der Erde Waldbrände – und Europa steuert auf eine Rekordbrandsaison zu. Das Copernicus Data Space Ecosystem verhilft zu mehr Überblick aus dem All. Mithilfe des Copernicus Browsers lassen sich Satellitenaufnahmen der europäischen Sentinel-Missionen abrufen und visualisieren. Waldbrände lassen sich damit schon seit einiger Zeit aus dem Weltall beobachten. Bislang erforderte das jedoch einige Handgriffe, doch ab sofort ist das Custom-Skript zur Waldbrand-Visualisierung des Fernerkundungsexperten Pierre Markuse als Standardoption in dem Copernicus Browser eingebunden. Simon Proud, Mission Scientist bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA und dort für Sentinel-2 zuständig, verwies in einem LinkedIn-Post auf die neue Funktion. Er selbst konnte nach eigenen Angaben in nur einer Minute Waldbrände in Sibirien lokalisieren und ein Bild herunterladen.

Sentinel-2 ist Teil des europäischen Copernicus-Erdbeobachtungsprogramms. Das Programm sammelt täglich rund 25 TByte Daten aus verschiedenen Quellen, die teilweise mit KI-Verfahren ausgewertet werden. Erfasst werden Umwelt- und Klimadaten ebenso wie Veränderungen durch menschliche Aktivitäten und Naturkatastrophen. Den politischen Rahmen skizziert ein im März 2024 veröffentlichter Bericht der EU-Kommission: Darin wird vor einer „höchstwahrscheinlichen“ Zunahme extremer Wetterereignisse durch den Klimawandel gewarnt sowie vor wachsenden Risiken durch eine sich verschlechternde globale Sicherheitslage. Der Klimawandel treibt dabei nicht nur die Brandhäufigkeit, sondern auch die Intensität solcher Extremereignisse voran.