Stand: 09.08.2026 • 06:03 Uhr
Von Demenz betroffene Menschen brauchen zur Orientierung Gewohnheiten und eine stabile Umgebung. Erste Krankenhäuser versuchen, diese Patienten durch Ruhe und Regelmäßigkeit besser zu umsorgen.
"Was möchten Sie zum Frühstück?", fragt Stationsleiterin Yvonne Bäcker. Karin Arnold überlegt einen Moment. "Was gibt's denn zum Frühstück?", fragt die Patientin zurück. Yvonne Bäcker setzt sich neben das Bett. "Brote", sagt sie. "Möchten Sie Mischbrot oder Weißbrot?", fragt sie geduldig. "Nee, Weißbrot nicht!", antwortet die 82-Jährige und verzieht das Gesicht.
Arnold weiß meistens klar, was sie nicht will. Was sie will, ist hingegen manchmal schwieriger herauszufinden. Wegen akuter Verwirrtheit ist sie ins Krankenhaus gekommen. Eine Demenz ist bislang nicht diagnostiziert, doch vieles spricht dafür. Eine Erkrankung, auf die sie hier im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth in Berlin-Lichtenberg spezialisiert sind.
Stationsleiterin Bäcker versucht, das Erinnerungsvermögen der Patienten zu aktivieren: "Haben Sie selber früher Brot gebacken?" Arnold erklärt, dafür sei meistens keine Zeit gewesen - wegen der Arbeit. Sonntags aber meistens schon. "Immer wieder sonntags", sagt Bäcker. "Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung", sagt Arnold.






