Raffinerie in Gelsenkirchen: Gut im Geschäft

Vor vier Monaten hat Donald Trump einen neuen Nahostkrieg vom Zaun gebrochen. Seither sind die Ölpreise und die Energiepreise deutlich gestiegen. Wir Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen dafür. 2,10 Euro pro Liter Diesel. Zu Silvester habe ich den Diesel für mein Leihauto noch für 1,52 Euro getankt.

Die Konzerne, vor allem die Mineralölkonzerne, profitieren hingegen. 90 Milliarden Euro Profit für die großen Acht weltweit allein im zweiten Vierteljahr 2026, hat der britische »Guardian« Anfang August berichtet . Die Konzerne hätten das bislang größte Chaos in der weltweiten Ölversorgung für eine Verdoppelung ihrer Profite genutzt. Die Acht, das sind: Exxon, Aramco, Chevron, BP, Shell, Equinor, Total und ENI.

Drei Milliarden Übergewinn bei deutschen Autofahrern kassiertAber wie viel davon haben die Kunden in Deutschland bezahlt? Steffen Bukold, ein angesehener Hamburger Energieökonom, hat für Greenpeace ausgerechnet: Allein die Tankkunden hätten den Konzernen in Deutschland seit Kriegsbeginn über drei Milliarden Euro an Übergewinnen beschert .

Übergewinne, so Bukold, seien Gewinne, die durch höhere Preise in einer Krise entstünden, ohne dass die beteiligten Firmen überhaupt mehr Kosten hätten. Also zum Beispiel, weil die Raffinerien in Deutschland in der Krise die Endkunden mit höheren Margen abkassierten. Das räumt auch EN2X, der Dachverband der deutschen Mineralölwirtschaft ein: In solchen Phasen machten »Raffinerien, die weiterhin produzieren können, mehr Gewinne.«