Offiziell wird der Kreml nicht als Drahtzieher beschuldigt, doch für Experten steckt Moskau hinter der mit Sprengstoff bestückten Drohne, die auf dem Flughafen Halle/Leipzig gefunden worden worden war. Jetzt reagiert die russische Botschaft in Berlin und weist jegliche Verbindung Moskaus zu dem Vorfall zurück.„Es ist offensichtlich, dass diese hastig zusammengeschusterte Provokation ausschließlich den Zielen Kiews und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse dient“, teilte die diplomatische Vertretung Russlands bei Telegram mit. Zugleich warnte die Botschaft vor einer „neuen Welle antirussischer Hysterie in Deutschland“.Demnach sieht die Botschaft hinter dem hybriden Angriff die Ukraine, der es an Waffen fehle. Die Ukraine und die Regierungen in Europa bräuchten Argumente, um weiter „unbegrenzte finanzielle Mittel in die Hände eines korrupten Regimes fließen“ zu lassen, hieß es in der Stellungnahme weiter mit Blick auf den Vorfall auf dem Flughafen Halle/Leipzig. Es gibt keine Hybridangriffe aus Russland, behauptet Moskaus Botschaft Der Fall der von einem Busfahrer entdeckten Drohne mit einem nicht intakten Zünder werde als hybrider Angriff präsentiert, um Stimmung gegen Moskau in den Medien zu schüren, kritisierte die russische Botschaft. Wie in früheren Fällen würden keine Beweise vorgelegt. Schon jetzt gebe es aber Politiker, die von einem kriegsauslösenden Akt gegen Deutschland und die Nato und von der Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen seitens Berlins sprächen.„Wir möchten hinzufügen, dass die größte Gefahr für Deutschland heute nicht in den viel beschworenen ,Hybridangriffen’ Moskaus liegt – die es gar nicht gibt –, sondern von den Politikern ausgeht, die mit Begeisterung Szenarien für einen baldigen Krieg gegen Russland ausarbeiten und den deutschen Bürgern vorschlagen, daran teilzunehmen“, teilte die Botschaft weiter mit.Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach nur von einem „hybriden“ Angriff „fremder Mächte“ – und machte Russland nicht verantwortlich. Andere Politiker und Experten sehen hingegen die Hand Moskaus. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, teilte die Karlsruher Behörde mit. Am Flughafen Leipzig/Halle war am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter zum Absturz gebracht worden. Ein infolge der Sperrung kurz danach durchstartendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne.(dpa)
Fund von Sprengstoff-Drohne in Leipzig: Russland spricht von „Provokation“ und beschuldigt die Ukraine
Wer steckt hinter dem Vorfall auf dem Flughafen in Sachsen? Ermittler und Bundesregierung halten sich mit Schuldzuweisungen zurück. Aber viele machen den Kreml verantwortlich. Nun reagiert Moskau.










