Wer im ostdeutschen Küstenland ein Studium aufnimmt, muss dafür keine Studiengebühren zahlen – ganz gleich, woher er kommt. Das gilt für Einheimische ebenso wie für Menschen aus dem Ausland. Zwar dürfen die Hochschulen einen kleinen Verwaltungskostenbeitrag von höchstens 50 Euro pro Semester verlangen, dazu kommen die üblichen Semesterbeiträge fürs Studentenwerk oder das Semesterticket. Aber echte Studiengebühren? Fehlanzeige. Damit steht MV übrigens nicht allein: Für ein Erststudium in der Regelstudienzeit verlangt derzeit kein einziges Bundesland allgemeine Gebühren.

Doch genau an diesem Punkt hakt eine Debatte ein, die in Deutschland immer wieder aufflammt – zuletzt vor allem angetrieben von der AfD. Die Idee dahinter: Studenten aus Nicht-EU-Staaten sollen sich an den Kosten ihres Studiums beteiligen. In ihrem Wahlprogramm für die Landtagswahl 2026 fordert die AfD in MV „fachabhängige Studiengebühren ab 1500 Euro pro Semester“ für diese Gruppe. Zur Begründung heißt es, viele gingen nach dem Abschluss ohnehin zurück in ihre Heimat. Eine Eigenbeteiligung, so das Argument, schaffe Verbindlichkeit und motiviere zum erfolgreichen Abschluss.

Bemerkenswert ist dabei: Noch 2024 lag die geforderte Summe bei 500 Euro pro Semester. Damals verwies der hochschulpolitische Sprecher Paul Timm vor allem auf die Sprachkurse, die für internationale Studenten bereitgehalten werden müssten – geschultes Lehrpersonal koste Geld. Inzwischen hat die Partei ihre Forderung also erhöht.