Deutschland nimmt bis 2030 mehr als eine Billion Euro an zusätzlichen Schulden auf. Gleichzeitig wächst die Wirtschaft kaum. In der Bundesregierung steigt deshalb laut einem Bericht des Handelsblatts die Sorge, dass Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik herabstufen könnten.Ökonomen warnen gegenüber der Berliner Zeitung vor Folgen, die auch die Bürger treffen könnten: Neue Baukredite könnten teurer werden, langfristig drohen höhere Steuern und Einschnitte bei den Staatsausgaben. ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann rechnet nach einer Herabstufung mit zusätzlichen Zinskosten von rund zehn Milliarden Euro. Die Folgen könnten allerdings schon spürbar werden, bevor die Ratingagenturen überhaupt reagieren.

Warum Deutschlands Bestnote unter Druck gerät

Bislang gehört Deutschland zu einem kleinen Kreis besonders kreditwürdiger Staaten. Die führenden Ratingagenturen Fitch und S&P bewerten die Bundesrepublik weiterhin mit AAA, Moody’s mit Aaa – jeweils der bestmöglichen Note. Auch der Ausblick ist stabil. Dadurch kann sich der Bund vergleichsweise günstig Geld leihen. Doch mit den Schulden steigen die Risiken – besonders, wenn der erhoffte Aufschwung ausbleibt.

Ein ranghoher Regierungsvertreter sagte dem Handelsblatt: „Wenn die Schulden hoch bleiben, das Wachstum aber nicht anspringt, könnten die Ratingagenturen Deutschlands Triple-A-Rating infrage stellen.“ Ein weiteres Regierungsmitglied äußerte sich ähnlich. „Nicht sofort, aber in den nächsten Jahren könnten wir unter Druck geraten, wenn es so weitergeht wie bisher.“ Ökonomen wie LBBW-Chefvolkswirt Moritz Krämer und ifo-Präsident Clemens Fuest warnen ebenfalls vor einem Verlust der Bestnote für Deutschland.