Gerade hatte man sich daran gewöhnt, dass da oben, im Himmel, nichts zu holen ist, kein Sinn, kein Schicksal, da begann das große Summen und Schwirren. Drohnen können überall auftauchen, nichts scheint sie zu hindern. Plötzlich ist der Himmel eine Waffe, die sich mal hierhin, mal dorthin richtet. Ein »hybrides Anschlagsszenario«, nennt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt das, auch »fremde Mächte« seien als Drahtzieher nicht auszuschließen. Ist das noch Frieden? Oder sind wir im Krieg?

Wir erinnern uns: Im Herbst vergangenen Jahres legten mutmaßliche Drohnensichtungen den Flughafen Kopenhagen lahm, nun erneut in Leipzig/Halle. Über Polen tauchten russische Drohnen auf, auch über der Ostsee wurden Drohnen gesichtet, deren Herkunft unklar blieb. Drohnen sind unbemannte Flugobjekte, die prinzipiell überall hergestellt werden können, auch mit dem 3D-Drucker, zum Spottpreis. Wer für den Abschuss zuständig ist: bisher völlig unklar. Die Polizei, das Militär? Schwierig, sagen die Juristen. Hybrid, sagen die Strategen. Ein Krieg, der sich tarnt, schillert, die Form wechselt. Kaum gesichtet, herrscht Alarm. Und die ohnehin große Unruhe wird noch beunruhigender.