Zwei mutmaßliche Schockanrufer aus Offenbach sind in Rumänien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden. Wie die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium weiter mitteilen, handelt es sich um einen 39 Jahre alten Mann und eine gleichaltrige Frau, die als sogenannte „Keiler“ Menschen am Telefon eine Notsituation vorgespielt und sie zur Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen gebracht haben. Die beiden wurden am Donnerstag in Bukarest festgenommen und sollten noch am Freitag einem Haftrichter in Hanau vorgeführt werden. Dieser entscheidet über die Anordnung der Untersuchungshaft.Konkret werfen die Ermittler dem Beschuldigten vor, in 14 Fällen von Spanien aus potentielle Betrugsopfer in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Bayern angerufen zu haben. Er soll sich dabei als Verkehrspolizist ausgegeben und den Angerufenen vorgespielt haben, dass ein Angehöriger von ihnen einen Unfall verursacht habe. Eine drohende Untersuchungshaft könne angeblich nur verhindert werden, wenn eine Kaution gezahlt werde. Bei einem dieser Fälle soll auch die ebenfalls festgenommene Komplizin beteiligt gewesen sein. Sie soll sich am Telefon als Angehörige ausgegeben haben, um den Druck auf die Opfer zu erhöhen.Erfolg hatte laut Behörden keine dieser Taten. Die Beschuldigten beendeten entweder die Anrufe, nachdem sie erkannt hatten, dass bei den Opfern kein Geld zu holen war. Oder die Opfer durchschauten den Betrugsversuch und legten selbst auf.Im Zusammenhang mit den Taten wird der Mitteilung zufolge auch gegen einen 33 Jahre alten Mann aus Hanau ermittelt. Er sitzt bereits seit dem 10. Mai in Untersuchungshaft. In vier Fällen soll er gemeinsam mit dem nun festgenommenen Neununddreißigjährigen gehandelt und sich als Angehöriger ausgegeben haben.