Ein 14-jähriger Schüler hat am Freitag in Thailand eine der folgenschwersten Bluttaten des Landes seit Jahren verübt. Nachdem er zu Hause seine Großeltern erschossen hatte, tötete er an seiner Schule in einem nördlichen Vorort von Bangkok in der Provinz Nonthaburi mindestens sechs weitere Menschen und anschließend sich selbst, teilte die Polizei mit. 23 Menschen seien verletzt worden. Neun von ihnen schwebten in Lebensgefahr, sagte der Ministerpräsident des Landes, Anutin Charnvirakul.Schüler und Lehrer, die aus der Schule in Sicherheit gebracht wurden, würden in einem Polizeikrankenhaus psychologische Betreuung durch Spezialisten erhalten, sagte ein Polizeisprecher.Nach Angaben der Polizei benutzte der Verdächtige eine Handfeuerwaffe, die legal auf seinen Großvater registriert war. Die Ermittler sicherten 26 leere Patronenhülsen und fanden 34 verbleibende Patronen. Die Behörden untersuchen, wie der Schüler an die Waffe gelangt und was das Motiv für den Angriff war.Einschussloch am Fuß einer Säule der Debsirin-Nonthaburi-Schule am Stadtrand von Bangkok. Chalinee Thirasupa/REUTERSVideos und Fotos, die in den sozialen Medien geteilt wurden, zeigten Schüler, die während des Angriffs aus den Klassenzimmern rannten, unter Schreibtischen Schutz suchten und durch Fenster auf schmale Vorsprünge außerhalb des Gebäudes kletterten. Fernsehaufnahmen schienen zudem den mutmaßlichen Schützen zu zeigen, wie er durch einen Schulflur ging.Vergleichsweise hoher Waffenbesitz in ThailandPremierminister Anutin Charnvirakul zeigte sich zutiefst betrübt. „Es ist eine schreckliche Tragödie. Das hätte niemals passieren dürfen“, sagte er vor Reportern. Thailand hat eine der höchsten Waffenbesitzraten unter Zivilisten in Südostasien, und Waffengewalt kommt dort häufiger vor als in vielen Nachbarländern. Schüsse an Schulen sind jedoch relativ selten.