PfadnavigationHomeRegionalesHessenWas Hessens Schülerschaft im neuen Schuljahr erwartetStand: 13:48 UhrLesedauer: 4 MinutenNach dem Ende sehr Sommerferien startet in Hessen kommenden Montag das neue Schuljahr 2026/2027. (Archivbild)Quelle: Hendrik Schmidt/dpaNeue Mathe-Checks, tägliche Lesezeit und ein Recht auf ganztägige Betreuung: Was sich im Schulalltag für Hessens Schülerinnen und Schüler künftig ändern soll.Nächste Woche startet Hessen ins neue Schuljahr. Dann sitzen rund 809.000 Schülerinnen und Schüler in den Klassenzimmern - rund 6.000 mehr als noch 2025, wie das Kultusministerium mitteilte. Auf die Kinder und Jugendlichen kommen einige Neuerungen zu, die Kultusminister Armin Schwarz (CDU) zum Ferienende in Wiesbaden vorstellte.Recht auf GanztagsbetreuungSeit dem 1. August gilt bundesweit der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Erstklässler, den die Kommunen gewährleisten müssen. Mit Schulbeginn greift dieser Anspruch auch in Hessen - also für zunächst 58.400 Schuleinsteiger (2025: 57.970). Bis 2029 soll der Anspruch schrittweise auf alle Grundschuljahrgänge ausgeweitet werden. Nach Einschätzung des Kultusministers sind die Schulen gut vorbereitet. Schwarz sagte, er gehe davon aus, dass jedem Kind in der ersten Klasse bei Bedarf ein Ganztagsplatz zur Verfügung gestellt werden könne.Der Ganztag bedeute Qualität und nicht nur Betreuung, bekräftigte der Minister. Neben der Förderung von Kernkompetenzen in Deutsch und Mathematik gehe es um zukunftsrelevante Themen wie Medienbildung und der Umgang mit KI. Daneben blieben Wertevermittlung, Antisemitismusbekämpfung, Wohlbefinden, Sport, Ernährung und psychische Gesundheit wichtige Themen.Das Pilotprojekt «Digitale Welt» wird in den Ganztag übergeführt und allen Schulen als Angebot zugänglich gemacht. Im Schuljahr 2025/2026 hatten 80 Pilotschulen in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe teilgenommen.Wie ist die Lage beim Ganztag in den Kommunen?Nach Angaben der Stadt Frankfurt betrug die stadtweite Versorgungsquote an Betreuungsplätzen (Schule und Hort) im Schuljahr 2025/26 rund 105 Prozent - also mehr Plätze als Kinder. In manchen Stadtteilen sehe es besser aus, in anderen Stadtteilen bestehe noch Bedarf, sagte eine Sprecherin.Von allen Plätzen entsprächen 94 Prozent dem Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Betreuungsplatz, wie eine Sprecherin erläuterte. Insgesamt verteilten sich in Frankfurt die Betreuungsplätze zu 67 Prozent auf schulische Angebote und zu 33 Prozent auf Horte.In Hanau konnte der Rechtsanspruch für die ersten Klassen nach Angaben der Stadtverwaltung vollständig umgesetzt werden. Alle Grundschulen seien im sogenannten «Pakt für den Ganztag» des Landes Hessen, damit sei der Rechtsanspruch erfüllt. «Alle Erstklässler, die einen Betreuungsplatz angefragt haben, haben einen bekommen», hieß es.Weitere Kommunen können Anspruch erfüllenAuch aus der Stadtverwaltung Rüsselsheim heißt es: «Wir gehen davon aus, dass zum Schuljahresbeginn 2026/2027 alle angemeldeten Kinder mit einem Rechtsanspruch auch einen Platz in der Ganztagsbetreuung erhalten werden.» Der Kreis Groß-Gerau berichtet ebenso von ausreichend Plätzen.Der bestehende Betreuungsbedarf könne vollständig gedeckt werden, teilte die Stadt Kassel mit. Ziel sei es gewesen, bereits zum aktuellen Schuljahr möglichst an allen Grundschulen und Grundstufen ein ganztägiges Bildungs- und Betreuungsangebot für die Jahrgänge 1 bis 4 vorzuhalten. «Damit geht Kassel weit über die gesetzlich vorgesehene stufenweise Einführung hinaus», ergänzte der Sprecher.Hessen schaut bei Mathekenntnissen genauer hinHessen will im kommenden Schuljahr an 60 Pilotschulen genauer hinschauen, wie gut die Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik sind. Dort soll es fünf Lernstandserhebungen für die dritten, vierten, fünften, achten und neunten Klassen geben, wie Kultusminister Schwarz ankündigte. Bislang waren an allen Schulen zwei Lernstandserhebungen in verschiedenen Fächern in der dritten und achten Klasse verpflichtend. Bei den Erhebungen wird mit standardisierten Tests der Wissensstand der Schüler gemessen.Die Daten sollen die Lehrkräfte dabei unterstützen, ihren Unterricht noch effektiver auf die individuelle Förderung der Kinder auszurichten, teilte das Ministerium mit. «Keine Daten ohne Taten, keine Diagnostik ohne Förderung», bekräftigte Schwarz. Die zusätzlichen Mathekontrollen seien im zurückliegenden Halbjahr bereits an 30 Schulen getestet worden - mit positiver Resonanz.Tägliche verbindliche Lesezeit in der GrundschuleEine feste tägliche Lesezeit von 20 bis 25 Minuten soll zum zweiten Schulhalbjahr die Deutschförderung für die Jahrgangsstufen drei und vier ergänzen. Er erhoffe sich davon, dass die Begeisterung für das Lesen gefördert wird, sagte Schwarz. Zur Erprobung werde mit 100 Grundschulen begonnen. Die Lesezeit finde fachunabhängig statt und sei nicht auf den Deutschunterricht beschränkt.Die Unterrichtsversorgung bleibt nach den Worten des Ministers mit knapp 67.000 Lehrkräften «stabil». Derzeit laufe die Personalgewinnung auf Hochtouren. Die Kollegien würden weiter verstärkt durch Pensionärinnen und Pensionäre, die ihre Dienstzeit verlängern. Auch die Quereinstiegs- und Weiterbildungsprogramme für Akademiker zeigten eine gute Resonanz.Erste-Hilfe-Kurse gehen weiterAn mehr als 560 weiterführenden Schulen haben Schülerinnen und Schüler bereits gelernt, wie sie im Notfall einen Menschen wiederbeleben können. Bis zum Ende des neuen Schuljahres dürften laut Ministerium rund 120.000 Schülerinnen und Schüler diese Kurse besucht haben. Damit hätten dann alle Jugendlichen in Hessen in der Jahrgangsstufe 7 Wiederbelebungsunterricht erhalten.Christlicher Religionsunterricht neu organisiertIm neuen Schuljahr beginnt an ersten Schulen der neue konfessionell-kooperative Religionsunterricht. Dabei lernen evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler gemeinsam - und setzen sich bewusst sowohl mit den Gemeinsamkeiten als auch mit den Unterschieden zwischen den beiden Konfessionen auseinander, wie das Ministerium erläuterte.dpa-infocom GmbH
Was Hessens Schülerschaft im neuen Schuljahr erwartet - WELT
Neue Mathe-Checks, tägliche Lesezeit und ein Recht auf ganztägige Betreuung: Was sich im Schulalltag für Hessens Schülerinnen und Schüler künftig ändern soll.








