Die Täter von Leipzig sind weiter unbekannt. Doch für viele deutsche Sicherheitsexperten scheint der Schuldige längst festzustehen: Russland. Noch bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind, wird bereits über Vergeltung diskutiert.
Kaum war bekannt geworden, dass am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff versehene Drohne entdeckt worden war, verlagerte sich die Debatte. Noch bevor belastbare Ermittlungsergebnisse vorlagen oder ein staatlicher Täter offiziell benannt wurde, diskutierten Politiker, Sicherheitsexperten und Leitmedien bereits über die Konsequenzen. Nicht mehr die Frage „Wer war es?“ stand im Mittelpunkt, sondern: Wie sollte Deutschland auf Moskau reagieren, und welchen Preis müsste Russland künftig für solche Angriffe zahlen?
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einem „hybriden Anschlagsszenario“ und „fremden Mächten“, vermied jedoch ausdrücklich eine Zuschreibung an Russland. Dennoch entwickelte sich in der Expertenblase hierzulande rasch eine Debatte über Abschreckung, Gegenmaßnahmen und auch über Vergeltung gegen den Kreml.
Deutsche Experten: Härte gegenüber Russland zeigen
Zu den entschiedensten Stimmen gehört der Terrorismusexperte Peter Neumann vom Londoner King’s College. Im Gespräch mit Paul Ronzheimer erklärte er, Deutschland müsse Russland künftig klarer benennen. Das eigentliche Problem sei nicht mangelndes Wissen, sondern die politische Konsequenz einer solchen Zuschreibung. Würde Deutschland Russland offiziell verantwortlich machen, stelle sich unmittelbar die Frage: „Russland hat Deutschland angegriffen – was macht Deutschland jetzt?“










