Etwa drei Monate nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ ist in Europa eine neue Infektion mit dem Andes-Erreger aufgetreten. Bei einem französisch-argentinischen Staatsbürger, der sich im Juli als Tourist in Frankreich aufgehalten hatte, wurde das Virus nachgewiesen, wie das französische Gesundheitsministerium jetzt mitteilte.Der Mann hatte sich wegen seiner Beschwerden selbst bei den französischen Gesundheitsdiensten gemeldet. Inzwischen befindet er sich mit seiner Familie in Galicien/Spanien in Isolation. Das spanische Gesundheitsministerium erklärte, es gehe ihm gut. Die Symptome seien mild gewesen, mittlerweile sei der Patient beschwerdefrei.

Behörde: Keine Anzeichen für Ausbreitung des Virus

Nachgewiesen wurde die Anden-Variante des Hantavirus, jener Erregertyp, der auch für den Ausbruch auf der „Hondius“ verantwortlich war. Ob es eine Verbindung zu diesem Ausbruch gibt, ließen die französischen Behörden offen. Man ergreife „alle Maßnahmen“, um die einzelnen Stationen der Reise des Mannes nachzuvollziehen; parallel laufe die Abstimmung auf europäischer Ebene. Anzeichen dafür, dass sich das Virus derzeit ausbreite, gebe es nicht.

Zeitgleich wurde in Paris bekannt, dass eine französische „Hondius“-Passagierin, die seit Mai im Pariser Krankenhaus Bichat behandelt worden war, nach fast drei Monaten die Intensivstation verlassen hat. Sie wurde in eine Reha-Einrichtung verlegt. Die Frau war zeitweise künstlich beatmet worden.