In Berlin-Mitte bezog 2024 fast jeder sechste Mensch oberhalb der Regelaltersgrenze Grundsicherung im Alter. 15,4 Prozent, der höchste Wert aller zwölf Bezirke.In Treptow-Köpenick und Pankow liegen die Quoten bei einem Bruchteil davon. Zwischen zwei S-Bahn-Stationen liegen hier soziale Welten.Die Zahlen stammen aus der bezirklichen Sozialberichterstattung. Sie fügen sich in einen Befund, den Anfang August die Rechercheredaktion des Rundfunks Berlin-Brandenburg aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag herausgezogen hat.Und dieser Befund trifft auf einen Zeitpunkt, an dem in Berlin über die größte Rentenreform seit Jahrzehnten verhandelt wird.
60.000 Berliner beziehen Grundsicherung im Alter
Mehr als 60.000 Menschen in Berlin haben die Regelaltersgrenze erreicht und kommen trotzdem nicht ohne Grundsicherung aus. 2016 waren es rund 41.000. Ein Plus von etwa der Hälfte binnen neun Jahren.Die Quote lag 2024 bei 8,8 Prozent. Bundesweit waren es 4,1 Prozent.Bemerkenswert ist ein zweiter Vergleich: In Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf beziehen inzwischen anteilig mehr Ältere Fürsorgeleistungen als Erwerbsfähige Bürgergeld. Der Sozialstaat trägt in diesen Bezirken stärker die Alten als die Arbeitslosen.Die Senatsverwaltung führt das in einer Antwort auf eine Anfrage im Abgeordnetenhaus vor allem auf die Struktur der Stadt zurück: jahrzehntelang hohe Arbeitslosigkeit, unterbrochene Erwerbsbiografien, niedrige Löhne. Wer Beitragslücken hat, sammelt keine Rentenpunkte.







