Mitten in … Rom„Boarding completed“, die Türen des Flugzeugs sind zu, da wird der Aufenthalt in bella Italia unverhofft verlängert: Gewitter über den Alpen, keine Starterlaubnis. Die Passagiere bleiben ruhig, auch die in Reihe 20, direkt hinter uns: Vater, Mutter und zwei Kinder im Kindergartenalter. Eine Stunde vergeht, die Kinder sehen fern, der Vater bestellt Bier. Zwei Stunden, „bitte haben Sie noch Geduld“, der Vater geht zu Weißwein über. Zweieinhalb Stunden, die Mutter wird nervös, aber nicht wegen der Kinder: Der Vater erklärt ihr, es sei alles zu viel für ihn, er wolle bei der Arbeit kürzertreten. Drei Stunden: Er legt die familiären Vermögensverhältnisse offen. Dreieinhalb Stunden: Der Flieger hebt endlich ab. Am Gepäckband in München sieht man die Mutter mit Kindern und Koffern. Der Vater? Ist das Auto holen gegangen. Michael König Illustration: Marc HeroldMitten in … ÜberlingenIm Strandbad ist er der wichtigste Mann: der Bademeister. Unter einem Sonnenschirm sitzt er in einem Klappstuhl, neben sich eine Kühltasche mit Getränken und ein Megafon. Damit sorgt er für Ordnung – im Wasser und an Land. Seine Augen sind überall. Wo sich jemand nicht an die Regeln hält, ist er flugs zur Stelle. Die Jugendlichen, die am Sprungturm herumturnen, bekommen einige Zurechtweisungen zu hören, dem Mann, der auf dem Badesteg gedankenverloren ins Wasser starrt, schallt vorsichtshalber entgegen: „Springen ist hier verboten!“ Und dem Vater, der sich mit dem Kleinkind an der Hand der Treppe ins Wasser nähert, ruft er zu: „Du bekommst ein Fax!“ Und deutet dabei auf dessen Po. Ein irritierter Blick nach hinten: Da hängt die weiße Waschanleitung für die Badehose heraus. Dem Mann entgeht wirklich nichts. Kerstin Lottritz Illustration: Marc HeroldMitten in … FischhausenHitze am Schliersee, zwei Jungs, etwa 16 Jahre alt, sitzen am Ufer. Da tuckert die Schliersee III heran, ein kleines Motorschiff, oben auf dem Sonnendeck eine Handvoll Passagiere. „Bursch’n“, ruft der Kapitän herüber, „wenn’s euch langweilig is’, i hätt’ a Aufgabe für euch.“ Und die ist recht speziell: Irgendein „Saubeitl“ habe da eine Parkuhr ins Wasser geschmissen, sie liege schon länger auf dem Seegrund, nur ein paar Meter entfernt vom Ufer. Ob sie vielleicht …? Die Jungs wirkten zwar keineswegs gelangweilt, aber klar, sagen sie, sie könnten schon mal nachschauen. Sie legen Taucherbrillen und Flossen an, schwimmen ein paar Züge, dann tauchen sie ab. Minuten später lehnt das rostige Ding am Mülleimer der nahe gelegenen Bushaltestelle. Da soll noch einer meckern, die Jugend von heute! Von wegen. Benedikt PetersWeitere Folgen der Kolumne „Mitten in …“ finden Sie hier.
Kurioser Moment in Flugzeug: Passagier trinkt zu viel – schon vor dem Start
Ein SZ-Redakteur sitzt in Rom in einem Flugzeug, das wegen Gewitters nicht starten darf. Der Familienvater in der Reihe hinter ihm bestellt Alkohol. Da nehmen die Dinge ihren Lauf. Kolumne „Mitten in“









