Zum Schutz der eigenen Industrie vor Dumpingpreisen aus dem Ausland hat die US-Regierung neue Bestimmungen für Importe des für Solarzellen und Halbleiter benötigten Grundstoffs Polysilizium beschlossen. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am Donnerstag ein Dekret, das neben Mindesteinfuhrpreisen für Polysilizium und entsprechende Folgeprodukte auch einen pauschalen Zoll in Höhe von 15 Prozent für verarbeitete Produkte vorsieht.
Zusätzlich sollen für Unternehmen Anreize geschaffen werden, damit diese ihre Produktion in die Vereinigten Staaten verlagern. Die Maßnahmen treten 120 Tage nach Unterzeichnung in Kraft.Die neuen Maßnahmen seien »unerlässlich«, da die Einfuhren die nationale Sicherheit gefährdeten, hieß es. Die US-Regierung stützt sich auf Abschnitt 232 des »Trade Expansion Acts« aus dem Jahr 1962. Auf dieser Basis hatte Trump bereits etwa Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos erhoben.
Polysilizium wird unter anderem für die Solarbranche und zur Herstellung von Computer-Chips benötigt. Der hochreine Grundstoff wird unter anderem vom deutschen Unternehmen Wacker Chemie hergestellt. Der Chemiekonzern mit Hauptsitz in München produziert das Material in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee.In den USA dürften die Maßnahmen vor allem das Unternehmen Hemlock Semiconductor schützen, ein Gemeinschaftsunternehmen des US-amerikanischen Konzerns Corning und des japanischen Shin-Etsu Handotai. Die Firmen kämpfen schon lange mit Billigkonkurrenz aus China.










