An den Kreidefelsen auf Rügen ist ein größerer Teil der Steilküste abgerutscht. Nach Angaben des Nationalparkamtes Vorpommern lösten sich nördlich des Kollicker Ortes im Nationalpark Jasmund etwa 4.500 Kubikmeter Geschiebemergel und Sand. Der Hangabrutsch erstreckt sich über eine Länge von rund 45 Metern.

Am Fuß der Steilküste entstand ein etwa fünf Meter hoher Schuttkegel. Das abgerutschte Material reicht bis zu zehn Meter in die Ostsee hinein. Nachrutschende Sedimente wurden außerdem bis zu 20 Meter hangaufwärts festgestellt.

Hangabrutsch betrifft die Deckschicht der Kreidefelsen

Obwohl sich der Hangabrutsch an den bekannten Kreidefelsen ereignete, war diesmal nicht hauptsächlich die Kreide selbst betroffen. In Bewegung geriet vor allem die darüberliegende eiszeitliche Deckschicht. Sie besteht unter anderem aus Ton, Schluff, Sand, Kies und Steinen.

Wasser kann durch sandige Schichten sickern und sich über wasserstauenden Tonschichten sammeln. Der Ton kann dadurch aufquellen und an Stabilität verlieren. Ob dieser Mechanismus den aktuellen Hangabrutsch ausgelöst hat, ist bislang nicht abschließend geklärt.