Das Gespräch sei „ausgesprochen konstruktiv“ verlaufen, sagte Bilger nach dem Treffen mit Unternehmen, Verbänden und Behörden. Die Lage sei eine „enorme Herausforderung für unsere Wirtschaft“ – Schiffe könnten derzeit nur noch einen Bruchteil ihrer Fracht aufnehmen.
Bilger stellte ein gestaffeltes Maßnahmenpaket vor. Kurzfristig sollen das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw ausgesetzt und zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene bereitgestellt werden. „Deutsche Bahn und Autobahn GmbH werden ganz wesentlich an den Notfallmaßnahmen mitwirken“, so der Minister.
Notwendige Schwertransporte müssten auf die Straße verlegt werden. Mittelfristig setzt das Ministerium auf den Aus- und Umbau der Schiffe, langfristig auf den Ausbau der Wasserstraßen. „Die Engpassbeseitigung am Mittelrhein steht jetzt im überragenden Interesse“, betonte Bilger. „Jeder Zentimeter mehr Fahrrinnentiefe bedeutet mehr Ladung auf dem Schiff und weniger Lkw auf der Straße.“ Gegenüber Phoenix versicherte er zudem, keine umweltschädigenden Maßnahmen zu unterstützen.
Wirtschaft fordert Resilienzprogramm
Steffen Bauer, Vorstandsvorsitzender der HGK Group (Häfen und Güterverkehr Köln AG), warnte davor, „zusätzliche Engpässe zu schaffen, insbesondere auf der Nord-Süd-Achse“. Er forderte ein „Zukunfts-Resilienzprogramm“ mit Priorisierungen, Planungsbeschleunigungen und einer Finanzierungsabsicherung über die Legislaturperiode hinaus. Jens Schwanen, Geschäftsführer der Deutschen Binnenschifffahrt, sprach von einem „historischen Niedrigwasser“, das die Werte des Dürrejahrs 2018 stellenweise untertreffe. Die Branche baue verstärkt an Innovationen im Schiffbau.










