Nicht immer ist es der Russe. Manchmal ist es ein ambitionierter Hobbyfotograf, manchmal ein Vater, der mit seinem Sohn etwas steigen lässt. Und manchmal erlaubt sich jemand einen üblen Streich: Bereits mit einer Drohne, die im Spielwarenladen erhältlich ist, kann man unter Umständen riesigen Schaden anrichten – schon wegen der Aufregung, die so ein Multicopter verursacht. So registrierte die Deutsche Flugsicherung (DFS) in der ersten Hälfte dieses Jahres am Berliner Hauptstadtflughafen so viele Drohnen wie an keinem anderen deutschen Flughafen.Der Tower am BER meldete demnach 28 Drohnen im ersten Halbjahr. Bei sieben dieser Vorfälle musste der Flugbetrieb zeitweise unterbrochen werden. Im gesamten vergangenen Jahr hatte es am BER lediglich acht Vorfälle mit Drohnen, die den Flugbetrieb beeinträchtigten, gegeben. Ein Grund für den starken Anstieg könnte laut DFS ein neues Detektionssystem sein, das die Bundespolizei in diesem Jahr installiert habe und das Drohnen besser und schneller erkennen könne.

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU), die Betreiber kritischer Infrastrukturen sollten sich künftig selbst schützen können. „Sie sollen die Befugnisse bekommen, auch Drohnen zu bekämpfen, die auf die kritischen Infrastrukturen zufliegen, ob das jetzt Kraftwerke sind oder große Umspanneinrichtungen oder andere Orte“, sagte Redmann der dpa. Das Zeitfenster zwischen der Erkennung einer Drohne und ihrer möglichen Abwehr betrage lediglich 60 bis 90 Sekunden.Der Drohnen-Experte Christian Kaiser sagte hingegen im ZDF: Im konkreten Fall Leipzig hätte man wenig ausrichten können. Gegen eine Drohne, die mit 120 km/h aus wenigen Kilometern Entfernung einfliegt, könne man nichts tun.