Vom Schulleiter, einem Start-up-Gründer, über Landwirte bis hin zu einem bundesweit bekannten Polizeigewerkschafter – die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hat ein Kompetenzteam vorgestellt, das sie während des Landtagswahlkampfes und darüber hinaus beraten soll. Es gehe darum, Praktiker zu Wort kommen zu lassen, sagte CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters bei der Vorstellung in Rostock. Die zwei Frauen und sieben Männer stammen nicht aus der CDU-Landtagsfraktion. „Alle, die hier sitzen, sind ministrabel“, sagte Peters zwar. Um ein „Ticket für ein Minister- oder Staatssekretärsamt“ gehe es aber derzeit nicht. „Es ist die Zeit, in einem Wahlkampf über die richtigen Lösungsansätze für Mecklenburg-Vorpommern zu reden, über die Inhalte zu reden.“Es wäre schlicht verantwortungslos, wenn ich sozusagen inhaltliche politische Arbeit von Umfragen abhängig machen würde.Daniel Peters, CDU-SpitzenkandidatProminentestes Mitglied des Teams ist Rainer Wendt für den Bereich Sicherheit. Der ehemalige langjährige Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) ist durch seine Wortmeldungen zu Themen wie Sicherheit und Polizei bundesweit bekannt. Wendt gilt allerdings als umstritten und polarisierend. Die GdP-Direktion Bundespolizei schrieb einst in einem nicht mehr verfügbaren Facebook-Kommentar: Sein „faktenfremder Populismus, seine offenkundige Fremdenfeindlichkeit und sein pauschales Agitieren gegen Minderheiten“ seien „unerträglich“. Medien des gesamten Spektrums von taz bis Welt nannten ihn „rechtes Rumpelstilzchen“ oder den „personifizierten Alarmzustand“.2019 bot die CDU-Landesregierung in Sachsen-Anhalt Wendt einen Posten als Staatssekretär im Innenministerium an – was dann aber an massiven Protesten der Koalitionspartner SPD und Grüne scheiterte, auch aufgrund einer suggerierten AfD-Nähe Wendts.Zuvor hatte der damals noch einfache AfD-Landtagsabgeordnete Ulrich Siegmund den Wendt-Plan mit „Sehr gut! Unser erster inoffizieller Staatssekretär“ kommentiert. Siegmund ist jetzt Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt. Wendt erklärte daraufhin: „Ich will mich von der AfD nicht vereinnahmen lassen. Ich will mit dieser Partei nichts zu tun haben.“ Schwesig will Mittwoch Kampagne präsentieren In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September der Landtag neu gewählt, zeitgleich zum Berliner Abgeordnetenhaus. Derzeit liegt der bundesweite Fokus vor allem auf Sachsen-Anhalt, wo bereits am 6. September die Landtagswahl stattfindet. Aber auch im Nordosten kommt der Wahlkampf in Fahrt. Ministerpräsident Manuela Schwesig (SPD) will am Mittwoch in Schwerin die Kampagne ihrer SPD präsentieren. Daniel Peters, CDU-Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (M), stellt das Kompetenzteam der CDU Mecklenburg-Vorpommern für die Landtagswahl vor. © dpa/Jens Büttner Für die Linke ist diese Woche die Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner in MV unterwegs, und erst am Wochenende hat die AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland mehr als 400 Menschen zu einer Kundgebung in der Landeshauptstadt Schwerin versammelt. Umfrage sieht AfD deutlich vor SPD, CDU nur einstellig Bei einer Anfang Juli veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) war die AfD mit 36 Prozent deutlich stärkste Kraft. Die SPD folgt dort mit 29 Prozent, die Linke mit 12, die CDU mit 9 und die Grünen mit 5 Prozent. CDU-Spitzenkandidat Peters lässt sich von der Umfrageschwäche für seine Partei aber nicht beirren. „Es wäre schlicht verantwortungslos, wenn ich sozusagen inhaltliche politische Arbeit von Umfragen abhängig machen würde. Ich pack’ die Umfragen einfach beiseite, denn es ist letztlich auch nur eine Umfrage. Abgerechnet wird am Schluss“, sagte er. (dpa)