Frauen betäubt, vergewaltigt und gefilmt: Ein Berliner hat seine Opfer über Jahre hinweg systematisch missbrauchtDer 68-jährige Mann lernte die Frauen auf Online-Dating-Plattformen kennen. Nun muss er sich vor dem Landgericht wegen mehrerer Sexualdelikte verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Taten an mindestens 14 Frauen vor. Die Ermittler gehen von deutlich mehr Opfern aus.06.08.2026, 13.01 Uhr3 LeseminutenDer Angeklagte soll den Frauen Schlafmittel verabreicht und diese mit Alkohol kombiniert haben.Illustration Ida Götz / NZZDie Frauen wussten laut Angaben der Staatsanwaltschaft nicht, dass sie vergewaltigt worden waren. Erst Videos, die Ermittler bei einem 68-jährigen Mann aus Berlin fanden, zeigten ihnen, was ihnen widerfahren war.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Seit Donnerstag steht der Mann deshalb vor dem Landgericht Berlin. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen 22 Taten zwischen 2016 und 2022 an. Sie wirft ihm Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung sowie Verletzungen des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen vor.Laut Angaben der Staatsanwaltschaft lernte der Angeklagte die Frauen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren über eine Online-Dating-Plattform kennen. Er verabreichte ihnen Schlafmittel und kombinierte diese mit Alkohol. Als die Frauen bewusstlos waren, vergewaltigte er sie. Seine Taten hielt er auf Videos und Fotos fest.Auf Pornoseiten über Schlafmittel ausgetauschtDie Ermittlungen begannen nicht aufgrund einer Anzeige einer Betroffenen, sondern durch einen Hinweis an die Polizei in Niedersachsen gegen einen anderen Mann. Journalisten des NDR deckten ein internationales Vergewaltigernetzwerk auf und machten die Ermittler auf einen Mann aus Niedersachsen aufmerksam. Er stand über eine Pornoplattform mit dem Mann aus Berlin in Kontakt. Die beiden Männer sollen sich dort über Schlafmittel ausgetauscht haben.Der Mann aus Niedersachsen hatte seine Frau über 15 Jahre immer wieder betäubt, vergewaltigt und die Übergriffe gefilmt, wie der NDR schreibt. Die Aufnahmen veröffentlichte und teilte er auf frei zugänglichen Pornoplattformen und in geschlossenen Messenger-Gruppen.Bei den Ermittlungen gegen den inzwischen verstorbenen Mann fanden die Beamten belastendes Material und stiessen auf die Verbindung zum Angeklagten aus Berlin. Anschliessend durchsuchte die Polizei dessen Wohnung in Berlin-Friedrichsfelde und beschlagnahmte mehrere Datenträger. Bei der Auswertung im Februar 2026 wurden zahlreiche Videos mit dokumentierten Sexualstraftaten entdeckt. Im März 2026 durchsuchte die Polizei die Wohnung erneut und nahm den 68-Jährigen in Untersuchungshaft.10 Opfer konnten noch nicht identifiziert werdenIm Prozess werden nun die Taten an mindestens 14 Opfern verhandelt. Die Ermittler gehen jedoch von deutlich mehr Opfern aus. Laut ihren Angaben betrifft der Fall mindestens 58 Frauen. 30 seien der Polizei namentlich bekannt, allerdings laufen die Ermittlungen noch. Bei 3 Frauen reichten die Beweise für einen Tatverdacht bislang nicht aus. 10 weitere Opfer konnten die Ermittler noch nicht identifizieren.Eine weitere mögliche Tat kann nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden. Laut der Staatsanwaltschaft soll der Mann zwischen 2010 und 2014 eine Frau insgesamt 36-mal vergewaltigt haben. Das Verfahren wurde jedoch wegen Verjährung eingestellt. Laut Angaben des Gerichts liess sich in diesem Fall eine Gewaltanwendung nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachweisen. Deshalb galt eine Verjährungsfrist von 5 Jahren. In den übrigen Fällen beträgt sie 20 Jahre.Der Angeklagte gesteht die VergewaltigungenDer Angeklagte erklärte am Donnerstag vor dem Gericht über seinen Verteidiger: «Die Vergewaltigungen räume ich ein.» Auch der in der Anklage geschilderte Ablauf der Taten sei zutreffend. Auf Details ging der Berliner zunächst nicht ein. Dies erfolge möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt, hiess es.Das Landgericht hat für den Prozess 13 Verhandlungstage bis zum 1. Oktober eingeplant. Die Staatsanwaltschaft strebt laut eigenen Angaben neben der Verurteilung des Mannes auch eine Anordnung der Sicherungsverwahrung nach einer Haftstrafe an.
Frauen betäubt, vergewaltigt und gefilmt: Ein Berliner soll seine Opfer über Jahre hinweg systematisch missbraucht haben
Der 68-jährige Mann lernte die Frauen auf Online-Dating-Plattformen kennen. Nun muss er sich vor dem Landgericht wegen mehrerer Sexualdelikte verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Taten an mindestens 14 Frauen vor. Die Ermittler gehen von deutlich mehr Opfern aus.











