Spätestens seit den heißen und trockenen Wochen dieses Sommers weiß man: Wasser ist kostbar. Und seitdem einige Städte und Landkreise vorübergehend Vorschriften für die Wassernutzung erlassen haben, stellt sich vielen die Frage: Womit gieße ich nun meine Balkonpflanzen und den Gemüsegarten? Für all jene, die Garten oder Terrasse haben, gibt es eine simple Lösung, eine Regentonne. Wesentlich aufwendiger ist der Bau einer Zisterne, die im Vergleich zur Tonne jedoch ein Vielfaches an Wasser aufnehmen kann.Eine Zisterne ist ein unterirdischer künstlicher Wasserspeicher, den im Prinzip jeder Gartenbesitzer einbauen kann. „Zisternen mit einem Fassungsvermögen von bis zu 50 Kubikmetern dürfen verfahrens- und genehmigungsfrei gebaut werden“, erklärt Dominik Fürmann, Referent für landschaftsgärtnerische Fachgebiete beim Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern.Die Vorgaben unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, daher ist vor dem Einbau eines unterirdischen Regenwasserspeichers immer ein Gespräch mit der zuständigen Baubehörde empfehlenswert. Unerlässlich ist dieses, wenn gespeichertes Wasser nicht nur zum Gießen verwendet werden soll, sondern etwa für das Spülen von Toiletten – wofür nun wirklich kein Trinkwasser nötig ist. Dann sollte man die zuständige Kommune kontaktieren und sich, falls man in Bayern wohnt, mit der dortigen Trinkwasserverordnung, der Bauleitplanung, den Bebauungsplänen sowie unter anderem mit der DIN 1989 beschäftigen. Sie regelt den Betrieb von Regenwassernutzungsanlagen. Für Bayern gilt: „Wer die Zisterne an die Haustechnik anschließt, muss das mit einer Vorlaufzeit von vier Wochen an Kommune, Landratsamt, Gesundheitsamt und Wasserversorger melden“, berichtet Fürmann.Einige grundlegende Dinge lassen sich aber immer vorab klären. Etwa die Frage nach den Abstandsflächen zum Nachbarn, im Falle von Eigentümergemeinschaften die nach der Zustimmung der Miteigentümer. Ebenso die Frage nach dem Material des Daches. Die üblichen Ziegel stellen kein Problem dar. Fließt der Regen jedoch über metallisches Material ab, kann eine Vorreinigung des Regenwassers nötig sein. Zudem sollte man prüfen, ob der Standort in einem Wasserschutzgebiet liegt – dann unterliegt die Zisterne der Genehmigung.Eine Zisterne muss dauerhaft dicht sein, das Material des Tanks korrosionsbeständig, und zum Reinigen sollte ein sicherer Einstieg möglich sein. Infrage kommen laut Fürmann Lehm, Kunststoffe und Beton. Auch wenn viel zu beachten ist: Interessenten können, so der Experte, mit Wohlwollen und manchmal auch mit Geld rechnen: „Viele Kommunen haben auch Programme, die die Regenwassernutzung im privaten Bereich fördern sollen.“Zisternen könnte man auch bei Neubauten zur Pflicht machen, findet die Autorin. Bernd Schifferdecker (Illustration)