PfadnavigationHomeICONISTFitness & WellnessArtikeltyp:MeinungLongevity-ClubsEwig leben – aber bitte nicht ganz alleinStand: 07:15 UhrLesedauer: 3 MinutenParty auf der Gym-FlächeQuelle: ASPRIAFrüher gab es den Gentlemen’s Club oder das Soho House – jetzt folgt der Longevity-Club. Mit Bluttests, Kryo-Sessions und Co-Working statt Cocktails und Tanzfläche. So verwandelt sich das Nachtleben in ein Netzwerk der Optimierer.In Berlin wird viel über das Clubsterben gesprochen. Die hohen Mieten seien schuld, und gerade jüngere Menschen gingen weniger aus. Dafür werden neue Clubs geboren. Die funktionieren aber etwas anders. Es geht um Fitness-, Wellness- oder Longevity-Clubs. Dabei handelt es sich nicht um einfache Spas oder Studios. Mitglieder können nicht nur Geräte oder Spa-Bereiche nutzen (das geht schließlich auch bei John Reed oder Fitness First), sondern erhalten Untersuchungen und Check-ups, und sie können Massagen und Infusionen buchen. Vor unserem eigenen Körper sind wir alle gleich, könnte man sagen. Aber wer es sich leisten kann, ist ein bisschen gleicher. The Well in Frankfurt, das noch in diesem Jahr eröffnen will, berechnet einen Jahresbeitrag für eine Basis-Mitgliedschaft von 2400 Euro und bietet dafür zahlreiche Untersuchungen und Services, von Blutwerten bis zu Stoffwechsel-Checks sowie Supplement- und Ernährungsplänen. In Hamburg hat jetzt das Levante Spa im „Hotel Conrad“ eröffnet, der Berliner Concept Club wiederum bezeichnet sich als „Deutschlands erster Longevity-Club“. In Großbritannien hat die Luxushotelgruppe „The Six Senses“ den Spa-Bereich in ihrem Londoner Haus für Nicht-Gäste geöffnet, die allerdings Mitglieder eines, man ahnt es, Clubs sein müssen.Lesen Sie auchIn New York gibt es natürlich längst mehrere solcher Einrichtungen. „Forbes“ schreibt von einem „neuen Statussymbol“ und von einer Reaktion auf die „Einsamkeitsepidemie“, die vor allem seit Covid um sich gegriffen habe. Die Menschen suchten soziale Verbindungen, aber wollten gleichzeitig auch gesundheitsbewusst leben. Also trifft man sich zu Kryotherapie und Infrarot-Sauna statt zur Cocktail-Stunde und zum Pasta-Dinner. Und das am liebsten an einem Ort, an dem man unter sich ist.Yoga-Pants statt High Heels Und so gehen Clubsterben auf der einen und Club-Renaissance auf der anderen Seite Hand in Hand. Die Prioritäten haben sich verändert. Statt High Heels und Tanktops trägt man Bademantel oder Yoga-Pants. Man fachsimpelt über Kreatin und teilt proteinreiche Rezepte mit Hüttenkäse. Klar: Member’s Clubs sind dafür da, dass man mit Gleichgesinnten zusammenkommt. Diese Gesinnung kann sich auf unterschiedliche Dinge fokussieren. Lesen Sie auchIn den Londoner Gentlemen’s Clubs des späten 18. Jahrhunderts ging es um gesellschaftlichen und politischen Status und darum, dass man ein Mann war; Frauen war der Zugang verwehrt. Bei den ersten modernen Varianten des Konzepts, wie dem legendär wüsten Groucho Club in London oder dem 1995 gegründeten Soho House, um Zugehörigkeit zu einer bestimmten kreativen Klasse. In den modernen New Yorker Members’ Clubs wie Zero Bond geht es vor allem um Geld und Abgrenzung von der Welt der Normalbürger.Lesen Sie auchUnd bei den neuen Studios dreht sich alles um Wellness und Gesundheit. Die muss man sich natürlich verdienen. Aspria bietet zum Beispiel auch Co-Working-Spaces, für den Call zwischen Eisbad und Reformer-Pilates. So richtig entspannen kann man auch in diesen Oasen der Selbstoptimierung irgendwie nicht. Longevity heißt eben: lebenslanges Arbeiten an sich selbst. Schon verständlich, dass man dabei nicht ganz allein sein will.
Longevity-Clubs: Bluttests, Kryo-Sessions und Co-Working statt Cocktails und Tanzfläche - WELT
Früher gab es den Gentlemen’s Club oder das Soho House – jetzt folgt der Longevity-Club. Mit Bluttests, Kryo-Sessions und Co-Working statt Cocktails und Tanzfläche. So verwandelt sich das Nachtleben in ein Netzwerk der Optimierer.







