PfadnavigationHomekmpktUmfrageSo leidet die Schlafqualität von Eltern mit Baby – und so der SexStand: 07:16 UhrLesedauer: 5 MinutenSchlaflos mit Baby? Für viele Mamas und Papas in den ersten Lebensmonaten bittere RealitätQuelle: Getty Images/Justin PagetWer eine Familie gründet, muss regelmäßig auf Schlaf verzichten. Welche Dimension und welche Auswirkungen das hat, hat nun eine Umfrage untersucht.Es ist nachts, dein Schlafzimmer schön abgedunkelt, du liegst unter der warmen Decke. Doch dann das: Das Babyfon schlägt an, du hörst ein leises Jammern, das sich langsam in ein Weinen steigert. Ein Blick auf die Uhr: 1:34 Uhr steht da ... es hilft ja alles nichts. Müde stehst du auf, ziehst dir eine Strickjacke über und schaust im Kinderzimmer nach deinem Baby, tröstest es und versuchst es wieder in den Schlaf zu bringen. Friedlich schlummert es wieder ein. Doch keine zwei Stunden später dasselbe Spiel. Dieses auf Dauer zermürbende Prozedere dürfte einigen Eltern bekannt vorkommen – wenn sie nicht zu den Glücklichen gehören, deren Kind direkt durchgeschlafen hat. Der Fitnesshersteller Blackroll hat in einer Online-Umfrage unter 1003 Eltern ausgewertet, wie sich das Großziehen des Nachwuchses auf den Elternschlaf auswirkt. Befragt wurde dabei je nach Lebensphase des Kindes – und zwar Baby-Eltern (null bis 24 Monate), Eltern von Schulkindern (drei bis zehn Jahre) und Eltern von Teenagern (elf bis 18 Jahre). So viel Schlaf bekommen Eltern wirklich Die Ergebnisse zeigen: Insbesondere in den ersten Lebensjahren bekommen Eltern viel zu wenig Schlaf.Demnach kommen 69 Prozent aller Eltern mit einem Kleinkind bis 24 Monate durchschnittlich zu ein bis drei Stunden weniger Schlaf. Insgesamt geben 53 Prozent, also etwas mehr als die Hälfte, aller befragten Eltern mit Kindern jeden Alters an, dass sie nun weniger schlafen als vor der Geburt ihres Nachwuchses. Doch die gute Nachricht: Immerhin haben 58 Prozent aller Befragten mit Teenagern im Haus wieder zu ihrem alten Schlafmuster zurückgefunden. Lesen Sie auchDie Unterschiede im Schlafmangel bei den Eltern zwischen null und zehn Jahren stellen sich wie folgt dar:Bei den Eltern von Kindern bis 24 Monaten geben sieben Prozent an, dass sich ihr Schlaf um mehr als drei Stunden verkürzt hat, 28 Prozent schlafen zwei bis drei Stunden weniger, 41 Prozent schlafen ein bis zwei Stunden kürzer; für 24 Prozent macht es keinen Unterschied. Bei den Eltern von Kindern von drei bis zehn Jahren geben ebenfalls sieben Prozent an, dass sich ihr Schlaf um mehr als drei Stunden verkürzt hat, 18 Prozent schlafen zwei bis drei Stunden weniger, 40 Prozent schlafen ein bis zwei Stunden kürzer; für 44 Prozent macht es keinen Unterschied. Nächtliche Störung: Diese Folgen bemerken Mütter und Väter Die Folgen von Schlafmangel gehen in den meisten Fällen nicht spurlos an einem vorbei. 76 Prozent aller Eltern geben an, negative Folgen zu spüren. Als am gravierendsten werden Energielosigkeit (29 Prozent), erhöhte Reizbarkeit mit sinkender Geduld (21 Prozent) sowie fehlende Energie für eigene Hobbys oder Freundschaften empfunden. Aber nicht nur die Psyche leidet unter zu wenig Schlaf, auch die Sexualität der Elternpaare wird durch die unterbrochenen Nächte zum Teil stark beeinflusst. Insgesamt geben 24 Prozent zu, dass „die Intimität oft auf der Strecke bleibt“. Dem gegenüber steht spannenderweise eine ebenso große Elterngruppe, die kein Problem hat, diese Nähe zu schaffen. Gleichzeitig nutzen 22 Prozent aller Eltern die Zeit für sich, wenn die Kinder sicher schlafen, und weitere 10 Prozent planen feste „Date-Nights“. Väter leiden in der Baby-Phase ihres Kindes stärker unter dem Intimitätsverlust als Mütter: 51 Prozent der Männer beklagen fehlende Intimität gegenüber 45 Prozent der Frauen. Männer versuchen laut Befragung dafür dreimal häufiger gegenzusteuern und setzen auf feste Date-Nights (27 Prozent gegenüber neun Prozent bei den Frauen). Das ändert sich aber bis zum Teenageralter der Kinder: In dieser Lebensphase geben nur noch 23 Prozent aller Paare an, dass ihre Intimität aufgrund von weniger Schlaf leide. Lesen Sie auchHilfen suchen sich allerdings nur Wenige. 20 Prozent der Eltern geben in der Umfrage an, „bisher noch nichts Konkretes“ ausprobiert zu haben, um ihren Schlaf zu verbessern. Die beliebtesten Methoden sind ansonsten feste Einschlafrituale (29 Prozent) und die Investition in neue Kissen oder Matratzen (16 Prozent). Pflanzliche Mittel oder Tees (sieben Prozent), digitale Helfer wie Schlaf-Apps oder White-Noise-Geräte (sechs Prozent) oder eine professionelle Schlafberatung (1,6 Prozent) sind weniger beliebt.Wahrnehmung vs. Realität: Wer bringt die Kinder ins Bett? Die Grundvoraussetzungen für einen guten Babyschlaf, also auch den der Eltern, werden schon mit dem Abendritual geschaffen. Wenn es darum geht, wer das Kind ins Bett bringt, scheint zunächst alles recht gleichberechtigt: 33 Prozent geben an, dass beide zu gleichem Teil für das Ins-Bett-bringen zuständig sind. 42 Prozent der Männer empfinden die Aufteilung als fair. Demgegenüber stehen aber nur 26 Prozent der Frauen, die das genauso sehen. Gleichzeitig gibt über ein Drittel der Frauen an, diese Aufgabe fast ausschließlich allein zu übernehmen. Bei Männern sind es nur neun Prozent. Der Gender-Gap bleibt über alle Kindesalter hinweg bestehen. Was also zunächst als gleichberechtigte Care-Arbeit wahrgenommen wird, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als traditionelle Rollenverteilung. Weit weniger traditionell ist hingegen der Schlafplatz vieler Babys und Kleinkinder. Statt auf ein eigenes Bettchen oder Zimmer, setzen immer mehr Familien auf ein gemeinsames Bett. Mehr als jedes dritte Kind schläft mindestens bis zum dritten Lebensjahr im Elternbett oder Elternzimmer. Sechs Prozent der Familien entscheiden sich sogar dauerhaft für das gemeinsame Schlafen im Familienbett. Sabine Winkler berichtet als freie Autorin für WELT regelmäßig über Familienthemen und Popkultur. Jeden Montag erscheint ihr Newsletter „Läuft bei uns – der Familien-Newsletter“, in dem sie über ihr Leben als Mama schreibt. Hättest du das gedacht? Wie wird bei dir zu Hause mit Kindern geschlafen? Schreibe es gerne in einen Kommentar!