PfadnavigationHomePolitikAuslandVerteidigungsausgaben„Verwandlung in einen Kriegsstaat“ – Nordkorea attackiert Japans AufrüstungspläneStand: 11:00 UhrLesedauer: 2 MinutenKim Yo-jong, Schwester des Machthabers Kim Jong-un: „Wir werden niemals ein passiver Zuschauer bleiben“Quelle: picture alliance/dpa/TASS/Yuri SmityukTokio wertet chinesische und russische Manöver als Alarmzeichen und stärkt seine Streitkräfte. Nordkorea reagiert.Nach der Bekanntgabe japanischer Pläne für einen Ausbau der Armee will Nordkorea nach eigenen Angaben „zusätzliche militärische Optionen“ schaffen. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, Kim Yo-jong, warf Japan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Mittwoch die „Verwandlung in einen Kriegsstaat“ vor. „Wir werden niemals ein passiver Zuschauer der militärischen Entwicklung Japans bleiben, die eine ernste Bedrohung darstellen könnte“, erklärte sie demnach.Die japanische Regierung sieht angesichts der wachsenden militärischen Aktivitäten Nordkoreas, Chinas und Russlands dringenden Bedarf für einen weiteren Ausbau ihrer Streitkräfte. Es sei „unerlässlich“, Japans Verteidigungsfähigkeiten mit einem stärkeren „Gefühl der Dringlichkeit und Krise als je zuvor“ auszubauen und umzustrukturieren, hatte Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi in einem am Dienstag veröffentlichten jährlichen Verteidigungsweißbuch erklärt.China verstärke seine militärischen Fähigkeiten und weite seine Aktivitäten rund um Japan über die sogenannte erste Inselkette hinaus bis zur zweiten Inselkette aus, heißt es in dem Regierungsbericht. Als Beispiele nennt das Weißbuch Einsätze chinesischer Flugzeugträger sowie zwei Fälle im Juni und Juli 2025, in denen sich chinesische und japanische Flugzeuge ungewöhnlich stark angenähert hätten.Lesen Sie auchJapanische Kampfjets stiegen demnach in den zwölf Monaten bis Ende März 595 Mal auf, davon 366 Mal wegen chinesischer und 214 Mal wegen russischer Flugzeuge. Im Vorjahr waren es insgesamt 704 Einsätze gewesen.Lesen Sie auchJapan hat bereits seine Verteidigungsausgaben erhöht, Raketen auf abgelegenen Inseln stationiert und Fähigkeiten für Gegenangriffe aufgebaut. Im April lockerte Tokio zudem seine selbst auferlegten Beschränkungen für Waffenexporte erheblich. Das Weißbuch warnt zugleich vor Schwächen der heimischen Rüstungsindustrie, die Beschaffung und Innovation gefährden könnten.Lesen Sie auchKoizumi verwies außerdem auf die „unerschütterliche“ Allianz mit den USA sowie die engere Sicherheitszusammenarbeit mit den Philippinen, Australien und Südkorea. China wirft Japan dagegen eine Rückkehr zum „Militarismus“ vor. Die Beziehungen hatten sich weiter verschlechtert, nachdem Japans Regierungschefin Sanae Takaichi im vergangenen Jahr einen japanischen Militäreinsatz im Fall eines chinesischen Angriffs auf Taiwan nicht ausgeschlossen hatte.AFP/doli