Die Trockenheit zeigt Europa die neue Realität in Zeiten des Klimawandels. Es muss dringend gehandelt werden, nicht nur bei der Energiepolitik.

D ie Trockenheit in Mittel- und Osteuropa bricht alle Rekorde. Das zeigt sich besonders drastisch an der Donau, Europas zweitlängstem Fluss. In Serbien ist der Pegel so niedrig wie seit 1909 nicht mehr, auch in Österreich ist der Schiffsverkehr stark eingeschränkt. In Rumänien mussten Autowerke vorläufig schließen, weil das AKW Cernavodă wegen fehlenden Kühlwassers nur mehr mit einem statt zwei Reaktoren läuft und Stromengpässe drohen.

Noch dramatischer trifft es Ungarn, dessen einziges AKW Paks aus demselben Grund fast komplett heruntergefahren werden musste. Die Auswirkungen sind enorm, denn Paks erzeugt etwa die Hälfte des ungarischen Stroms. Ersatz kommt vor allem aus den Nachbarländern, was die Preise hochtreibt: Die Notimporte kosten laut Regierung etwa 275 bis 550 Millionen Euro.

Wie teuer die Krise insgesamt kommt, ist offen. Ebenso, ob es zu großflächigen Stromausfällen kommt. Premier Péter Magyar rief die Un­ga­r:in­nen nun eindringlich zum Strom- und Wassersparen auf. Die Warnung kam reichlich spät. Ebenso wie die Androhung staatlicher Eingriffe, sollten die Aufforderungen nicht fruchten.