USA und Iran vor Übergangsdeal zur Öffnung der Straße von Hormus Die USA, Iran und der Oman stehen dem US-Portal „Axios“ zufolge kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung der Straße von Hormus. Demnach streben die USA bereits für heute eine Einigung an, berichtete „Axios“ unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten sowie zwei Quellen aus der Golfregion. Das Portal schrieb weiter, die Übergangslösung erfülle einige der Forderungen Irans und gebe dem Land mehr Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge, als es vor dem Krieg hatte. US-Präsident Donald Trump hat unterdessen der Führung in Teheran abermals ein Ultimatum gestellt: Entweder Iran öffne die Straße von Hormus „sehr bald“ oder werde „sehr hart getroffen“, sagte Trump am Dienstag dem amerikanischen Fernsehsender Fox News. Zugleich betonte er, dass es derzeit „gute Gespräche“ mit Teheran gebe und es durchaus möglich sei, dass die Meerenge am Mittwoch oder dem darauffolgenden Tag geöffnet wird. Iran sei sehr interessiert an einem Abkommen, um den monatelangen Krieg zu beenden, sagte er. Schon am gestrigen Dienstag hatten alle Zeichen darauf hingedeutet, dass in Kürze eine Einigung verkündet werden könnte. US-Finanzminister Scott Bessent hatte erklärt, dass er eine Einigung mit Iran zur Öffnung der Straße von Hormus noch bis Mittwoch für möglich halte. US-Finanzminister: Chance auf Einigung heute oder morgenUS-Finanzminister Scott Bessent hat eine mögliche Einigung mit Iran zur Öffnung der Straße von Hormus für heute oder morgen in Aussicht gestellt. „Wir befinden uns in Gesprächen mit den Iranern, und ich denke, es besteht die Chance, dass wir heute oder morgen eine Einigung erzielen, um die Meerenge zu öffnen“, sagte er in einem Interview des US-Senders CNBC. Angesprochen auf eine mögliche Gebührenerhebung durch Iran in der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus machte Bessent klar, er gehe davon aus, dass eine freie Durchfahrt möglich sein werde. Qatar: Diplomatische Bemühungen im Irankrieg „weit fortgeschritten“ Die Vermittlungsbemühungen zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und Iran dauern nach Angaben Qatars weiter an. Eine Einigung gebe es zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht, sagte der Sprecher des qatarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Er sprach aber von laufenden diplomatischen Bemühungen, die „bereits weit fortgeschritten“ seien.Die Vermittler arbeiteten daran, die unterschiedlichen Standpunkte zusammenzuführen. „Es werden ständig Entwürfe ausgetauscht“, so al-Ansari.Mit Blick auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus sei bisher keine Einigung erzielt worden. „Das könnte sich in den nächsten Stunden oder Tagen ändern“, so der Außenamtssprecher. Der Schwerpunkt liege nun darauf, eine Eskalation zu verhindern und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erreichen, sagte er weiter. Qatar vermittelt unter anderem neben Pakistan im Konflikt zwischen Iran und den USA. Huthi im Jemen: Haben Ziel in Saudi-Arabien angriffen Die Huthi im Jemen haben eigenen Angaben zufolge Saudi-Arabien angegriffen. Die von Iran unterstützte Miliz habe ein militärisches Ziel am saudischen Flughafen Nadschran unweit der jemenitischen Grenze mit einer Drohne angegriffen, teilte Militärsprecher Jahja Sari mit. Aus Saudi-Arabien gab es zunächst keine Bestätigung dafür. Die Huthi bezeichneten den mutmaßlichen Angriff als Reaktion auf angebliche Verletzungen des jemenitischen Luftraums in den Provinzen Saada und Hadscha durch saudische Drohnen. Weitere Verstöße gegen den Luftraum würden nicht unbeantwortet bleiben, hieß es. Auch dazu äußerte sich Riad zunächst nicht.Die Spannungen zwischen den Huthi im Jemen und Saudi-Arabien hatten zuletzt wieder zugenommen. Saudi-Arabien kämpft im Jemen gemeinsam mit der international anerkannten Regierung seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Miliz. Im Zuge des Irankriegs ist auch dieser Konflikt neu eskaliert. Insider: USA haben im Irankrieg wichtige Raketenvorräte fast aufgebraucht Die USA haben im seit Ende Februar andauernden Krieg gegen Iran ihre Bestände an wichtigen landgestützten Langstreckenraketen nach Angaben von Insidern weitgehend aufgebraucht. Dies schüre Sorgen über die Einsatzbereitschaft des US-Militärs für künftige Konflikte, sagten Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die niedrigen Lagerbestände. Details zur genauen Nutzung der Raketen vom Typ Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und Precision Strike Missiles (PrSM) waren bislang nicht bekannt.Bei den Raketen handelt es sich vor allem um Boden-Boden-Geschosse des Heeres. Die USA hätten „nahezu alle“ dieser Waffen eingesetzt, sagten zwei der Insider. Zu genauen Zahlen wollten sie allerdings keine Angaben machen. Analysten zufolge wären solche Waffen, die über eine Million Dollar pro Stück kosten, auch in einem Konflikt mit China oder Russland von Bedeutung. PrSM ist eine neuere, fortschrittlichere Generation, die die ATACMS mit ihrer kürzeren Reichweite ersetzen soll.Zudem hätten die USA seit Kriegsbeginn knapp die Hälfte ihres weltweiten Bestands an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht, sagte eine Person, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden wollte. Diese werden von der Marine von Schiffen und U-Booten aus gestartet. Auch die Bestände an defensiven Waffen wie Patriot-Abfangraketen und THAAD-Systemen zur Abwehr ballistischer Raketen seien stark reduziert. Einem Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS) von vergangener Woche zufolge wurden zwischen Februar und Juli etwa 65 Prozent der Patriot-Abfangraketen verbraucht und die THAAD-Bestände um mindestens 38 Prozent reduziert. Zwei der Insider bestätigten, dass diese Zahlen mit internen US-Daten übereinstimmten. Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht unserer F.A.Z.-Korrespondentin Sofia Dreisbach – die auch beschreibt, wie Start-ups aus dem Silicon Valley Abhilfe schaffen sollen: Pentagon fragt Militäranalysten nach Ideen für den IrankriegDas amerikanische Verteidigungsministerium sucht angeblich außerhalb der eigenen Reihen nach einer Lösung für den Irankrieg. Wie der amerikanische Sender CNN am Montag berichtete, habe ein Offizier des für den Krieg zuständigen Armeekommandos Central Command (Centcom) eine Bitte an eine große Gruppe von Militäranalysten gerichtet, man solle Vorschläge einreichen. Es gehe um „neue kreative und unkonventionelle Wege, Iran unter Druck zu setzen und zu bestrafen“, zitiert CNN aus der Email.Eine zweite Quelle habe diese Bitte bestätigt und CNN mitgeteilt, dass Centcom nach Ideen suche, seine Strategie anzupassen. Ein Sprecher von Centcom teilte in einer Stellungnahme mit, Centcom habe „eine lange Geschichte innovativer Denk- und Arbeitsweisen“. Besonders der Kommandeur, Admiral Brad Cooper, suche den Dialog mit „allen Mitgliedern unseres großartigen Teams, unabhängig von deren Rang“, um die „höchste operative Leistungsfähigkeit“ zu erhalten.Wie der Sender weiter berichtet, könnte die Bitte ein Zeichen dafür sein, dass der Trump-Regierung die Ideen ausgehen, wie sie ein erfolgreiches Ende des Krieges erreichen kann. Peseschkian: Iran strebt keine Ausweitung des Krieges an Iran verteidigt nach den Worten seines Präsidenten Massud Peseschkian seine Grenzen. Sein Land strebe aber keine Ausweitung des Krieges an, erklärt Peseschkian staatlichen iranischen Medien zufolge. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, es seien Verhandlungen mit Iran über eine Beilegung des Konfliktes im Gange. Zugleich sprach Trump von einer „letzten Chance“ für die Führung in Teheran. Iran wies die Darstellung zurück. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte am Montagabend, es fänden keine Verhandlungen mit den USA statt und es seien auch keine Treffen vorgesehen. Die einzigen laufenden Gespräche seien die mit dem Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus.Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom Inmitten anhaltender Spannungen kommen an diesem Dienstag abermals israelische und libanesische Regierungsvertreter zu direkten politischen Gesprächen in der italienischen Hauptstadt Rom zusammen. Dabei geht es um die weitere Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens. Das unterirdische Tunnelsystem der libanesischen Hizbullah soll dabei nach Angaben von libanesischen Regierungskreisen ein zentrales Thema sein.Libanesischen Berichten und Augenzeugen zufolge hat das israelische Militär erst am Wochenende eine der schwersten Zerstörungswellen seit Beginn der Waffenruhe im Juni durchgeführt. In mehreren Orten habe es Sprengungen und gezielte Zerstörung gegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA.Die Hizbullah hat über Jahrzehnte eine unterirdische Militärstruktur aufgebaut, die Israel als Bedrohung betrachtet. Das Tunnelnetzwerk der von Iran unterstützten Organisation umfasst nach Einschätzung von Beobachtern und Experten Kommandozentren, Waffenlager, Abschusspositionen, Versorgungskorridore und geschützte Verbindungen, die Kämpfern Bewegungen unter der Erde ermöglichen. Israel hat wiederholt vor der Gefahr gewarnt, dass Hizbullah-Kämpfer – auch unter Einsatz des Tunnelsystems – einen großangelegten Angriff auf den Norden Israels nach dem Vorbild des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023 verüben könnten. Trump über Iran-Gespräche: „letzte Chance“ für TeheranUS-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit Iran als „letzte Chance“ für Teheran bezeichnet. Man befände sich in Gesprächen – und zwar auf Wunsch Irans, sagte Trump im Weißen Haus. Er bekräftigte, dass diverse Staaten die USA darum gebeten hätten, der Diplomatie eine letzte Chance zu geben. „Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, sagte er mit Blick auf den Iran.Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus. Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die „Denuklearisierung“ Irans gehen – das werde länger dauern, gab Trump zu.Der US-Präsident hatte am Sonntag für heute neue Gespräche angekündigt. Seiner Darstellung nach sagte er den größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst ab, um neuen Verhandlungen mit Iran eine Chance zu geben.Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai informierte daraufhin allerdings zunächst nur über bilaterale Verhandlungen seines Landes mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus. Trump warf Iran auf seiner Plattform Truth Social daraufhin Unehrlichkeit vor.Sebastian GubernatorIran widerspricht Trump und erteilt Gesprächen eine AbsageIran hat US-Präsident Donald Trump mit Blick auf dessen Ankündigung widersprochen, am Montag werde es neue Gespräche zur Beendigung des Krieges geben. Die Führung in Teheran erklärte, derzeit gebe es keine Unterredungen mit den USA. Auch sei nicht geplant, in diesen Tagen Vertreter der US-Regierung zu empfangen oder selbst eine Delegation zu entsenden, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Wenige Stunden zuvor hatte Trump nach eigener Aussage neue Angriffe auf Iran in letzter Minute abgesagt und zur Begründung auf angeblich noch am Montag bevorstehende Verhandlungen verwiesen.Trump hatte sich in dem fünfmonatigen Krieg zuvor schon ähnlich verhalten. Dennoch reagierten die Aktien- und Ölmärkte auf neue Friedenshoffnungen. Der Sprecher des Außenministeriums in Teheran erklärte weiter, alle iranischen Unterhändler hielten sich derzeit in ihrer Heimat auf. Einzige Ausnahme sei Außenminister Abbas Aragtschi, der auf Pilgerreise im Irak sei. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen hochrangigen iranischen Insider, demzufolge Aragtschi mindestens bis Ende der Woche nicht für Verhandlungen zur Verfügung steht.Außenministeriumssprecher Baghaei betonte auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz, die einzigen derzeit laufenden Gespräche seien jene mit Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus. Vorübergehend sei eine Route im Gespräch, die aus einem einzigen Korridor mit Fahrrinnen für beide Richtungen bestehe. Dies habe allerdings nichts mit Gesprächen über eine allgemeine Öffnung der Meerenge zu tun. „Das ist eine separate Diskussion.“ Iran lehnt Verhandlungen mit den USA ab, seit eine im Juni geschlossene Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges Anfang Juli gescheitert war.Iran richtet zwei Männer hinIm Iran sind zwei weitere Männer wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet worden. Nach Angaben der mit der Justiz verbundenen Nachrichtenagentur Misan sollen sie während der militärischen Auseinandersetzungen mit den USA und Israel Koordinaten und Fotos sensibler Militär- und Sicherheitsstandorte an „mit dem israelischen Geheimdienst Mossad verbundene Kanäle“ weitergegeben haben. Dabei soll es sich den Angaben zufolge um ein nicht näher bezeichnetes internationales Satellitennetzwerk handeln. Weiter hieß es, der oberste Gerichtshof habe der Todesstrafe zugestimmt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw werfen die Vorwürfe angesichts der weitreichenden Internetabschaltungen während des Konflikts und fehlender öffentlich überprüfbarer Beweise ernsthafte Fragen auf. Zudem seien Festnahme, Strafverfolgung und Hinrichtung unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne eine unabhängige rechtliche Überprüfung erfolgt. Die im Staatsfernsehen ausgestrahlten „Geständnisse“ seien unter Folter und starkem Druck erzwungen worden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Sabrina FrangosSchifffahrtsdaten: Tanker mit saudischem Öl verlassen Rotes Meer – Verkehr sinktAus aktuellen Schifffahrtsdaten geht hervor, dass am Wochenende nur zwei mit saudischem Öl beladene Tanker das Rote Meer verlassen haben. Zudem zeigen die Daten einen deutlich verlangsamten Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nach Berichten über Angriffe an. Die Tanker „Lesvos“ und „Desh Vaibhav“ passierten die Meerenge Bab al-Mandab demnach mit abgeschalteten AIS-Transpondern. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben am 20. Juli ein See-Embargo gegen Saudi-Arabien verhängt und damit ihre Angriffe auf Schiffe ausgeweitet. Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO meldete zuletzt drei weitere Angriffe auf Tanker. Die Zahl der Frachtschiffe, die die Straße von Hormus passieren, sank den Daten zufolge von 19 auf zehn.Sabrina FrangosExplosion in Nähe von Tanker in Straße von Hormus gemeldetIn der Straße von Hormus hat sich nahe eines Tankers offenbar eine Explosion ereignet. Der Kapitän des Tankers habe gemeldet, dass er eine „Explosion in unmittelbarer Nähe des Schiffes“ gehört habe, erklärte die britische Seefahrtbehörde UKMTO in der Nacht auf Montag im Kurzbotschaftendienst X. Der Tanker und die Besatzung seien in Sicherheit.Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge 20 Seemeilen (37 Kilometer) nordöstlich der omanischen Stadt Chasab. Die Straße von Hormus verläuft zwischen Iran und dem Oman. UKMTO erklärte, Schiffe sollten die Meerenge mit Vorsicht durchfahren und „verdächtige Aktivitäten“ melden.Iran hatte am Sonntag erklärt, vor einer Einigung mit dem Oman über eine neue Route durch die Meerenge zu stehen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, betonte im Staatsfernsehen aber, dies bedeute nicht, dass die Meerenge wiedereröffnet werde. Die für den weltweiten Erdöl- und Erdgastransport höchst wichtige Straße von Hormus ist Brennpunkt im Konflikt zwischen Iran und den USA. Teheran hatte die Straße von Hormus nach Beginn des Irankriegs Ende Februar blockiert.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
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