Fifa-Präsident Gianni Infantino hat offenbar hochrangige Mitarbeiter des Fußball-Weltverbandes zu einer Krisensitzung in die marokkanische Hauptstadt Rabat einberufen. Dies berichteten die Times und Sky UK am Dienstagabend übereinstimmend. Das Treffen im Co-Gastgeberland der WM 2030, in dem sich Infantino derzeit aufhält, soll demnach am Mittwoch stattfinden. Den Meldungen zufolge sei allerdings unklar, was der Schweizer genau besprechen wolle.Der Druck auf den 56-Jährigen hat in der vergangenen Woche und spätestens seit dem Scheitern des von ihm anvisierten Investorendeals rapide zugenommen. Am Dienstagmittag erst distanzierten sich Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström und Fifa-Direktor Arsène Wenger vom einst so unantastbar scheinenden Präsidenten. Grafström beklagte eine „traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen“ sowie einen „Aufruhr“. Infantinos enger Vertrauter und Berater Carlos Cordeiro war schon in der vorigen Woche aus Protest zurückgetreten.Infantino hatte zuletzt für eine Welle der Empörung in der Fußball-Welt gesorgt, als Pläne zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren bekannt wurden. Der Fifa-Präsident lenkte zwar ein und verwarf die Idee – dennoch aber formiert sich vor allem in Europa heftiger Widerstand gegen ihn. Möglicherweise bedeutet die aktuelle Krise das Ende von Infantinos Fifa-Präsidentschaft.Fragen und Antworten zur Fifa:Die Folgen des Fußball-UrknallsIm Kampf um die Zukunft von Fifa-Präsident Gianni Infantino folgt eine spektakuläre Entwicklung auf die nächste. Wie ist die Lage, und wie geht es jetzt weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten.Von Rücktritt wollte Infantino jedenfalls auch am Dienstagabend nichts wissen, in seiner Instagram-Story postete er in hoher Schlagzahl Fotos von Erinnerungen der zurückliegenden Weltmeisterschaft oder verbreitete Unterstützerschreiben einzelner Verbände.Unterdessen behauptete Prinz Ali bin al-Hussein, der Präsident des jordanischen Fußballverbands, der Druck auf die Mitgliedsverbände, Infantino bei der Wiederwahl im kommenden Jahr zu unterstützen, komme „Erpressung gleich“. Er und sein Verband hätten „ihn früher nicht unterstützt und werden das auch jetzt ganz sicher nicht tun“, schrieb der Gegenkandidat Infantinos bei der Fifa-Präsidentschaftswahl 2016 auf X.In Rabat ist der regionale Hauptsitz der Fifa für Afrika. 2027 stehen dort der 77. Fifa-Kongress sowie die nächsten Präsidentenwahlen an. In der Hauptstadt des WM-Co-Gastgebers von 2030 war Infantino in der vorigen Woche als Gast von König Mohammed VI. öffentlich aufgetreten.